Amorgos – Das paradiesische Eck ganz im Osten der Kykladen

Amorgos ist ein kleines Eiland im östlichen Teil der Kykladen, eine Inselgruppe in der Ägäis. Die bekanntesten Inseln dieser Gruppe sind Naxos und Santorini, Amorgos lag bisher nicht im Fokus der Urlauber. Das hat seinen Grund: Im Gegensatz zu Santorini oder Naxos kann das kleine Eiland nicht direkt mit dem Flugzeug erreicht werden, der Transfer mit Boot und Bus ist also etwas länger und umständlicher.

Doch auch auf Amorgos, obwohl etwas kleiner als die bekannten Nachbarn, befinden sich zahlreiche Hotels, Pensionen und Privatzimmer, die nur auf Touristen warten. Im Folgenden finden Sie alles Wissenswerte zu Amorgos, inklusive der besten Reisezeit, sehenswerte Orte und die Geschichte.

Amorgos – Die Geschichte der Insel

Die Insel kann auf eine äußerst lange und bewegte Vergangenheit zurückblicken: Bereits 5000 Jahre vor Christus entdeckten und besiedelten die ersten Menschen Amorgos, aus dem 3. Jahrtausend gibt es Belege der Kykladen Kultur. Danach folgten die Mykener, dann kleinasiatische Völker und schließlich der Anschluss von Amorgos an den Attischen Seebund, der damalige Völkerbund des antiken Griechenlands. Sie alle hinterließen Spuren in der Architektur und der Kultur der Insel, Beispiele sind alte Klöster oder die antiken Dörfer Kamari und Vroutsi.

Im Mittelalter führte die Insel besonders viel Handel mit italienischen Stadtstaaten wie Venedig und Genua, was ihr einen regen Austausch mit deren Kultur verschaffte. Seit 1822 gehört Amorgos offiziell zum griechischen Staat, im Zuge dessen zogen Griechen aus anderen Regionen des Landes auf die Insel. Während des Zweiten Weltkriegs verließen jedoch viele Einwohner die Insel, um sich auf dem Festland in Sicherheit zu bringen; aufgrund von Seeblockaden kamen gegen Ende des Krieges nur noch wenige Grundgüter durch.

Amorgos erlebte eine ernsthafte Versorgungskrise, da es von seinen Versorgungsquellen beinahe komplett von der Außenwelt abgeschnitten war. Durch den rasant gewachsenen Tourismus ist die Einwohnerzahl im Vergleich zum letzten Jahrhundert jedoch wieder deutlich gestiegen, rund 3000 Menschen leben heute dauerhaft auf dem 120 Quadratkilometer großen Eiland.

Sehenswürdigkeiten auf Amorgos

Die Zeugnisse der vergangenen Völker sind Magnete für Besucher aus der ganzen Welt. Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Insel sind:

Die Inselhauptstadt Chora

Rund 500 Einwohner leben hier, es ist eine beschauliche und ruhige Siedlung. Sie liegt hoch in den Bergen, der Blick von dort aus bietet eine umfassende Aussicht auf das umliegende Meer und andere Inseln. Serpentinen und kleine Wege führen nach Chora hinauf, am besten gelangt man mit einem gemieteten Kleinwagen oder Motorrad dorthin. Der Stil Choras ist traditionell griechischen, mit weißen Häuser und dekorativen Säulen, verhältnismäßig viele Cafés und Tavernen finden sich hier.

Das Fischerdorf Katapola

Es liegt direkt am Meer und die meisten der Bewohner leben vom Fischfang. Die Sonnenaufgänge an der Ägäis sind spektakulär und für Frühaufsteher ein lohnendes Ereignis. Das Wasser ist bei ruhiger See so klar, dass man noch auf mehrere Meter die Fische erkennen kann, die im Meer schwimmen, der ruhige Strand lädt zu Spaziergängen ein.

Das Kloster Chozoviotissa

Es wurde im 9. Jahrhundert nach Christus erbaut und beherbergte früher eine Ikonenstatue von der Jungfrau Maria. Diese soll – der Legende nach – bei einem Sturm vor vielen Jahrhunderten im Meer vor dem Kloster untergegangen sein. Das Kloster liegt wie Chora höher gelegen, Besucher müssen einige hundert Stufen erklimmen, da das Kloster nicht gut mit Fahrzeugen erreicht werden kann. Die Mönche von Chozoviotissa stellen selbst Likör her, der verkostet werden kann.

Die alte Hauptstadt der Antike: Minoa

Minoa ist die älteste Stadt auf Amorgos und befindet sich auf den Klippen über dem Fischerdorf Katapola. Es können die Reste von Bauwerken aus der Antike sowie der Römerzeit besichtigt werden, bei gutem Wetter reicht die Sicht weit über das azurblaue Meer hinaus.

Fazit

Amorgos ist zweifellos eine der versteckteren, aber dennoch äußerst charmanten griechischen Inseln der Ägäis. Wer etwas Ruhe und eindrucksvolle Zeugnisse der Zeit weitab der sonst üblichen Touristenströme sucht, ist hier richtig. Es lohnt sich, einen oder zwei Tagesausflüge einzuplanen beziehungsweise eine Übernachtung auf der Insel zu buchen, um alle Eindrücke in Ruhe genießen zu können.