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© by Jens Sieckmann

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3. Tag, 21.08.2005: Gläser und Paläste

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

Glasmanufaktur auf Murano

Der heutige Wetterbericht sagte es bereits voraus: Regen. Die Gelegenheit, um ein paar Museen zu besuchen. Ein kleiner Abstecher zur Rialtobrücke erschloss endlich mal eine kleine Abwechslung zum Masken- und Muranokitsch. Ein kleiner Laden mit Holzspielzeug in allen Größen und Formen. Vom Stiftehalter über Uhren bis zum Türklopfer reichte die Angebotspalette. Das weitaus Beeindruckendste war aber das Motorradmodell im Schaufenster [1] in Originalgröße.

Ein Ausflug zur Insel Murano stand an. Das schaukelnde Boot brachte uns bei stetigem Nieselregen vorbei am Cimitero zum Eiland [2]. Sie ist die Heimat der Glaskünstler Venedigs [3]. Ich konnte die Kunstfertigkeit nicht einschätzen, die diesen Werken innewohnte. Bei einigen Stücken war ich mir sicher, dass sie ihr Geld wert waren, bei anderen hatte ich das Gefühl, dass die Ladenbesitzer ihre Besucher absichtlich vertreiben wollten. Für meinen Geschmack war eigentlich überhaupt nichts dabei und ich hatte nach einer Stunde wirklich keine Lust mehr, mir das Zeug noch länger anzusehen. Zudem wurde der Regen stärker und ich sehnte mich ein wenig ins Hotel zurück, eine Erfahrung, die ich bisher noch nie gemacht hatte. Aber Venedig bei Dauerregen war halt nicht so schön.

Meine Füße und mein Rücken meldeten sich nach zweieinhalb Tagen intensiver Lauferei stärker, als ich glaubte. Aber nach zwei Stunden Ruhe im Hotel waren wir wieder einigermaßen "genesen", um unser letztes Kulturhighlight für unseren Kurzurlaub in Angriff zu nehmen. Der Besuch des Palazzo Ducale, des Dogenpalasts am Südufer Venedigs.

Der Gigantische Bogen im Dogenpalast

Stolze elf Euro verlangte man am Eingang. Dafür bekam man dann ein Kombiticket für drei andere Museen, auch wenn man sich für diese gar nicht interessierte. Schon der Innenhof mit seinen Arkadengängen, Toren, der strahlend weißen Gotikfassade [4] und Statuen [5] aus der römischen Mythologie war ein Vorgeschmack dessen, was uns im Inneren des Herrscherpalastes erwartete. Ohne Frage hält er problemlos mit Versailles, Schloss Schönbrunn oder dem Wawel in Krakau mit.

Die Decke der Treppe in die oberen Geschosse war mit Fresken verziert und vergoldet. Besonders beeindruckte mich der Schildersaal, an dessen Wänden mehrere fünf Meter breite und zwei Meter hohe Karten hingen, die die damals bekannte Welt erstaunlich detailliert darstellten (zumindest was Europa betraf). Von überwältigender Pracht waren der Staatsratssaal und der Senatssaal. Dunkel gehaltene und Gold umfasste Decken- und Wandgemälde bewiesen den Reichtum und die Macht der damaligen Oberen Venedigs, die demokratisch gewählt wurden und Regierung, Jurisdiktion und Polizei in einem waren. Immer wieder konnten wir ein paar Blicke nach draußen werfen [6].

Der größte Saal war der Sala del Maggior Consiglio mit seinen unglaublichen Ausmaßen von 54 mal 25 Metern. Er beherbergte das größte Leinwandgemälde der Welt, Tintorettos Paradies mit 22 mal 7 Metern. Hier hatten wir auch eine gute Sicht auf die Insel San Giórgio Maggiore. Vorbei an der Waffenausstellung verlief der Rundgang durch den Kerker, der mit seinen steinernen Gitterfenstern einen Blick auf den Kanal erlaubte [7]. Schließlich beendeten wir unseren Besuch am Scala dei Giganti [8] mit einer Fülle an Eindrücken der damaligen Architektur und des Regierungswesens.

Unser Rückweg zum Hotel führte uns an einem romantisch gelegenen Restaurant [9] vorbei zu einem schmalen Turm mit eine Sonnenuhr [10]. Die Sonne zeigte sich noch einmal für einen kurzen Augenblick, bevor die Dämmerung hereinbrach und wir die letzte Nacht in dieser Stadt verbrachten.


2. Tag: Ein Streifzug durchs volkstümliche Venedig