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© by Jens Sieckmann |
2. Tag, 20.08.2005: Ein Streifzug durchs volkstümliche VenedigAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick.
Nachdem wir den gestern sträflich vernachlässigten Schlaf heute intensiv nachgeholt hatten, machten wir uns auf, um den zweiten Teil der Stadtbesichtigung anzugehen. Nach einem Abstecher zur Rialtobrücke und den Geschäften [1] dort besuchten wir den Pescaria, den Fischmarkt, eine dichte Ansammlung von Ständen zahlreicher Markthändler, die hier ihre Waren anpriesen [2]. Wir spazierten nun weiter Richtung Westen zur Kirche Frari, nicht nur einer der Schaffensorte eines der bekanntesten Maler Italiens, Tizians, sondern auch seine Grabesstelle. Unterwegs [3] entdeckten wir immer wieder schöne Hausfassaden [4], Kanäle [5, 6, 7] und volle Schaufenster mit bunter Pasta, schlanken Grappaflaschen [8], Venedigs Spezereien [9] und etwas zu bunter Glaskunst [10]. Die Kathedrale Frari bestach mit riesigen Gemälden, monumentalen Fresken und dem besonders prunkvollen Altar. Eine Kunstfertigkeit, die man zunächst beim Betrachten der schlichten Außenmauern gar nicht vermutet hätte. Nur ein Katzensprung entfernt lag die Scuola di San Rocco [11], die mit noch mehr prächtigen Wand- und Deckengemälden den Besucher in seinen Bann zog. Sie zeigten allesamt Motive aus der Bibel und gehören in ihrer Fülle zu den wertvollsten Sammlungen Italiens.
Wir gönnten uns ein wenig Ruhe auf dem Campo Santa Margherita [12]. Das Wetter wechselte des öfteren sein Gesicht. Momentan lugten wieder ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Unsere Geduld zahlte sich aus, denn wir konnten die Häusereingänge und -fassaden [13] ohne Menschen fotografieren [14]. Direkt hinter uns war eine Bühne mit einer Leinwand aufgebaut. Im Sommer spielt sich das Leben in Venedig gerade abends draußen ab, auch das Kino. "Gondola, Gondola". Nein, wir wollten nicht Gondel fahren. Mit 60 Euro ein teures Vergnügen. Es wäre ein stattlicher Stundenlohn, könnten die Gondoliere eine Fahrt nach der anderen tätigen. Das ist aber auf Grund des großen Angebots der Fahrer kaum möglich. Von der Ponte dell' Accademia, eine Holzbrücke, hatten wir einen schönem Blick auf den Canal Grande und die gelb gestrichene Akademie der Künste [15]. Vorbei an der Kirche San Salvador lenkten wir unsere Schritte Richtung Hotel aus. Nach dem Verzehr eines kleinen Snacks aus Blätterteig, Marzipan und Schokolade auf dem Platz des schiefen Turms von Venedig ließ uns ein kleiner Schauer ein wenig nass werden. Das schien uns weniger zu stören als die meisten Venezianer, die augenblicklich ihre Schirme aufspannten und hektisch durch die Gassen wuselten. Aber schon ein paar Minuten später schien die Sonne und hüllte den Turm der Kirche Santi Apóstoli in sanftes Abendlicht.
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