|
||||||||||||||||||||||||
© by Jens Sieckmann |
Die IdeeWie kommt man auf die Idee, durch vier Staaten des ehemaligen Ostblocks zu fahren? Und dazu noch mit dem Rad? Sicherlich nicht deshalb, weil mir an Grenze das Auto gestohlen worden wäre. Die Verwunderung einiger, denen ich mein Vorhaben erzählte, gründete sich wahrscheinlich aus der landläufigen Meinung, diese Länder seien weder kulturell noch landschaftlich besonders sehenswert oder gar lebensgefährlich. Die Osterweiterung der EU macht es leichter, sich von diesem Klischee zu trennen. Und genau diese Chance wollte ich wahrnehmen. Aber eigentlich begann mein Interesse woanders. Mein Vater und ich wollten gemeinsam eine Radreise in Masuren unternehmen, dem touristisch vielleicht bekanntesten Teil Polens. Zudem fand ich im Internet eine Webseite eines polnischen Radreiseveranstalters (Bird Service Tours), der eine organisierte Tour in Südpolen entlang der Dunajec anbot. Die Bilder des Durchbruchtals an der Grenze zur Slowakei fesselten mich sofort und es war klar, dass ich eines Tages dorthin fahren würde. Das war Ende 2002 oder Anfang 2003. Leider ergaben sich Terminschwierigkeiten, weswegen ich diese Reise nicht unternehmen konnte und auch die Masuren-Tour ins Wasser fiel. Statt dessen besuchten mein Vater und ich die schöne Mecklenburgische Seenplatte. Der Traum war aber noch lange nicht ausgeträumt, denn die Idee, das ganze auf eigene Faust zu unternehmen, reifte heran. Nicht nur ein paar Tage entlang des Flusses, sondern am besten gleich drei Wochen sollten es sein. So entschied ich mich für Prag als Start und Budapest als Ziel, weil beide von Köln aus mit Germanwings erreichbar waren und eine Zugfahrt mit Fahrradtransport doch recht umständlich gewesen wäre.
|
|||||||||||||||||||||||