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© by Jens Sieckmann |
Südafrika? Gibt's da nicht noch Kannibalen? Okay, dieses Zitat ist zwar erfunden, aber dennoch hat manch einer recht antiquierte Horrorvorstellungen von den meisten Ländern Afrikas. Doch gerade das südlichste Land des Schwarzen Kontinents wird in Funk und Fernsehen momentan von vorne bis hinten durchgekaut. Selbst wenn man Howard Carpendale vor dem Tafelberg singen hört, bekommt man schon einen guten Eindruck von diesem nicht nur landschaftlich reizvollen Urlaubsziels (Tipp: wenn man dabei den Ton ausstellt, intensiviert sich die Wahrnehmung noch!). Jedenfalls kann man sich kaum noch retten vor Reisereportagen, Dokumentationen und Berichten über das Land, in dem bis 1991 die Apartheid herrschte. Wegen meines für 2003 doch recht üppig ausfallenden Resturlaubs beschlossen meine Freundin und ich, im Mai eine große Reise Ende diesen Jahres zu unternehmen. Südafrika schwirrte zwar immer schon in meinem Hinterkopf, war aber eigentlich nicht als nächstes Fernreiseziel geplant. Doch die günstige Reisezeit im November/Dezember und die verhältnismäßig günstigen Preise bewogen uns zu dieser Entscheidung.
Da wir keine Sonnanbeter und Pauschaltouristen sind, stimmten wir, wie so oft, für eine Aktivreise, die zu großen Teilen aus Bus- und Radtouren, aber auch aus einigen Wanderungen und einem insgesamt ausgewogenen Reiseverlauf bestand. Die Wahl fiel dabei auf den Veranstalter African Bikers, dessen Enstehungsgeschichte mir besonders interessant erschien. Die beiden Gründer setzten 1990 zu einer mörderischen Fahrradtour von Frankfurt nach Kapstadt an, das sie 1991 auch erreichten. Hier fühlten sie sich so wohl, dass sie mit diesem besonderen, aktiven Reiseerlebnis in Südafrika ihren Lebensunterhalt verdienen wollten. Unsere Rundreise hieß "Radeln zu Südafrikas Highlights" und bestand aus 19 Reisetagen mit humanen 350 Rad-, aber fast 3000 anstrengenden Buskilometern. Wir begannen in Johannesburg, fuhren dann ostwärts durch die Provinz Gauteng in die Provinz Mpumalanga. Dort hielten wir uns zweieinhalb Tage in der Nähe der Panorama-Route auf, die die schönsten landschaftlichen Sehenswürdigkeiten des Nordostens verbindet. Von dort ging die Reise per Bus weiter in den Krügerpark zur Wildbeobachtung und danach durch das Königreich Swaziland. Nach der Durchquerung des Zululandes und KwaZulu-Natal traten wir den Inlandsflug von Durban nach Kapstadt an, das den Beginn des zweiten Teils der Reise markierte. Von hier verlief die Route durch die Hottentottenberge zunächst abseits der Küste über Stellenbosch und Montagu ins Straußenland um Oudtshoorn. Nun, dem Ozean (bzw. den Ozeanen) wieder nahe und einem Teil der Garden Route folgend, besuchten wir Knysna, Wilderness, Mossel Bay und Hermanus, wo das Küstenpanorama besonders beeindruckend war. Die letzten drei Tage verbrachten wir mit der Erkundung von Kapstadt und seiner idyllischen Umgebung, insbesondere der malerischen Kaphalbinsel mit dem Kap der Guten Hoffnung. Von Kapstadt flogen wir über Johannesburg zurück nach Frankfurt. Unsere Etappeneinteilung war wir folgt:
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