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© by Jens Sieckmann

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Landschaft und Natur:

So vielfältig wie die Bevölkerung ist auch die Geografie Südafrikas. Zwar hatte ich schon ein oder zwei Reiseführer überflogen und auch einige Reisereportagen im Fernsehen verfolgt, doch ein feste Vorstellung von der Landschaft hatte ich dennoch nicht. Während der Reise war ich nicht der einzige, der des öfteren über die vielfältige Natur staunte.

Das recht flache und uninteressante Gebiet der Provinz Gauteng, des Wirtschaftmotors Südafrikas geht nach Osten über in das hügelige bis bergige, grüne und fruchtbare Mpumalanga, das im Norden an Limpopo grenzt. Hier im Highveld liegt auch die Gebirgskette der Kleinen Drakensberge, in deren Nähe sich die schönsten Naturdenkmäler der Umgebung befinden. Das Zusammenspiel von Fels, Wasser und Wind formte in den Zeitaltern der Erde Atem beraubende Kuriositäten wie die Bourke's Luck Potholes, Three Rondavels und den Blyde River Canyon.

Sägezahnberge bei George
 
Küste bei Kleinmond

Grandiose Aussichten auf das grüne Tal bescheren mehrere Aussichtspunkte am Pinnacle oder God's Window. Wasserfälle wie die Lisbon, Berlin oder Mac Mac Falls stürzen in schäumenden Kaskaden senkrechte Felswände herunter. Die durchschnittliche Höhenlage dieser Region (über 1000 Meter) beschert dem Reisenden zur Sommerzeit ein angenehmes Klima, das auch für die artenreiche Flora verantwortlich ist. Der Regenwald am God's Window ist ein beeindruckender Beleg dafür. Fast all diese Sehenswürdigkeiten verbindet die Panorama-Route. Auch für Teile von Swaziland gilt das eben gesagte.

Weiter südlich beginnt der Krügerpark, der weniger durch seine Landschaft, als durch die dort lebenden wilden Tiere fasziniert. Eine Safari, am besten am späten Abend oder frühen Morgen, sollte jeder Südafrika-Reisende einmal mitgemacht haben. Es ist ein großer Unterschied, ob man Giraffen, Zebras, Elefanten, Nashörner, Büffel, Nilpferde, Krokodile und Löwen im Zoo oder in freier Wildbahn beobachtet. Ein spannendes Unterfangen. Es müssen ja nicht gleich Nerven aufreibende Begegnungen sein, von denen unser Reiseleiter berichten konnte. Beispielsweise als ein Elefant nicht von der Straße weichen wollte und langsam aber zielstrebig auf den VW und seine Insassen zugestampft kam. Meter für Meter wich das Auto zurück bis das Tier nach etwa einem Kilometer endlich den Weg verließ. Eigentlich eine einleuchtendes Verhalten, wenn man bedenkt, dass die Straßen des Nationalparks den früheren Elefantenrouten entsprechen.

Das Western Cape, die Region, die wir am ausführlichsten besuchten, ist vermutlich die touristisch attraktivste. Die Landschaft ist nicht nur durch die beeindruckenden Berge gekennzeichnet, die hier in mehreren Gebirgen die Umgebung überragen: die Hottentottenberge, Langebergen und Swartberge, um nur einige zu nennen. Vielmehr ist der Kontrast zur herrlichen Küste des Indischen Ozeans im Osten und des Atlantisches Ozeans im Westen das Faszinierende. Traumhafte Strände auf der Kaphalbinsel laden zum Baden ein, und das Wandern in den Naturschutzgebieten bei Knysna oder Plettenberg Bay wird zum Erlebnis.

Bei solch mannigfaltiger Szenerie fühlt sich nicht nur der Mensch wohl. Tiere und Pflanzen in Südafrika sind artenreicher als fast überall auf der Welt. Lediglich im Amazonasgebiet und in Indonesien ist die Vielfalt noch größer. Der Schutz dieser Regionen nimmt zurecht einen immer größeren Stellenwert in der Politik des Landes ein. Das Erklären von Naturschutzgebieten und Ernennen einiger besonders außergewöhnlicher Areale zum Weltnaturerbe der UNESCO (The Greater St. Lucia Wetland Park und The uKhahlamba-Drakensberg Park in der Provinz KwaZulu-Natal) trägt dazu bei.

Auch wenn ich die Provinzen Limpopo, Free State, Eastern und Northern Cape und North West während der drei Wochen nicht kennen lernen konnte, möchte ich ohne jeglichen Zweifel behaupten, das Südafrika ein schönes Land ist.


Einleitung Kultur und Tourismus