Die Tour
Reisebericht
Eindrücke und Erfahrungen
Bilder
Sonstiges
Links
Home | Strecke | Reisebericht | Erfahrungen | Bilder | Sonstiges | Links

© by Jens Sieckmann

travelty.de

   

2. Tag, 29.05.2005: Sümmern - Hattingen

Strecke: Sümmern - Schwerte - Wetter - Witten - Hattingen
KM/HM/Ø: 70 / 216 / 19,0 km/h
Erlebnisse: Koeppchenwerk (Hengsteysee), Kemnader See, Henrichshütte, Hattinger Altstadt

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

Am Morgen verabschiedete ich mich von meinen Eltern und radelte zur Ruhr bei Schwerte. Hier war der Ruhr-Radweg ausgeschildert und folgte zunächst dem Fluss. Hinweisschilder schilderten Allgemeines zum Thema Geologie und Wasserhaushalt und Spezielles zur Flora und Fauna der Ruhrauen.

Hengsteysee

Der Betrieb auf dem Radweg war wie erwartet enorm. Engpässe ergaben sich aber dennoch kaum, so dass ich relativ flott vorankam. Es dauerte nicht lang, bis ich die Hohensyburg rechts auf dem Hügel aufragen sah. Zur Linken mündete der größte Nebenfluss in die Ruhr - die Lenne. Ein beliebtes Naherholungsgebiet, zu dem auch der Hengsteysee gehört, der sogar mit einer eigenen Personenschiffahrtsgesellschaft aufwarten kann. Das eigentliche Merkmal des Sees [1] ist aber das Wasserkraftwerk der RWE (Koeppchenwerk).

Ein zweiter See schloss sich fast direkt an den ersten an: der Harkortsee in Herdecke/Wetter. Während dort dem Wassersport gefrönt wurde, genoss ich die Fahrt durch den kühlen Wald am Ufer. Schon hier reist sich ein Industriedenkmal ans nächste. In Herdecke überspannte ein Viadukt die Ruhr [2]. Keine römische Wasserleitung, sondern eine Eisenbahnbrücke. Die Pont du Gard des Ruhrgebiets.

Die Hügel des Ardeygebirges stiegen rechst neben mir steil an, doch Steigungen musste ich keine überwinden. Der Ruhr-Radweg [3] ist nicht nur hier über weite Strecken mit der Kaiserroute von Aachen nach Paderborn identisch.
Hattingen: Bügeleisenhaus

Ich ließ das schöne Muttental südlich liegen und fuhr die schleifenreiche Strecke zum und um den Kemnader Stausee. Ein Abstecher brachte mich nach Stiepel, dem Südrand von Bochum mit auffallend vielen restaurierten Fachwerkhäusern und einer schönen Dorfkirche.

Wieder zurück am Fluss überquerte ich die Brücke, um nach Hattingen zu gelangen. Ich beschloss, kurzfristig nur bis hierher und nicht weiter nach Essen zu fahren. So blieb mir noch genug Zeit, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Ich passierte zunächst die Zeche und erreichte dann die berühmte Henrichshütte [4], heute ein großen Industriemuseum. Das beeindruckende Areal hatte seinen Reiz bewahrt, sofern man auch nur etwas für die Kultur des Reviers erübrigen kann.

Umso größer ist der Kontrast zur zierlich verwinkelten Altstadt, die ich so überhaupt nicht erwartet hatte. Wunderschön restaurierte Fachwerkhäuser, allen voran das Bügeleisenhaus [5], hübsche Restaurants zum Einkehren, kleine Gassen und Torbögen [6], sowie der schiefe Turm der St.-Georgskirche [7] zählten neben Arnsberg zu den städtischen Höhepunkten der Tour.

Die S-Bahn brachte mich nach Essen, wo ich mich selbst mit einem kalorienreichen Spaghetti-Eis belohnte und daraufhin ins rappelvolle Radabteil des NRW-Expresses stieg. Bei weit über zehn Rädern wurde es etwas ungemütlich, doch die im Allgemeinen freundlichen Radfahrer gewannen der Situation viel Heiteres ab.


1. Tag: Olsberg - Fröndenberg