Strecke
Reisebericht
Eindrücke und Erfahrungen
Bilder
Sonstiges
Links
Home | Strecke | Reisebericht | Erfahrungen | Bilder | Sonstiges | Links

© by Jens Sieckmann

travelty.de

   

17. Tag, 17.02.1999: Tongariro National Park

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Wanderung durch den Tongariro NP
Höhepunkte: Lavalandschaft und Vulkane des Tongariro NP

Ein fahrradfreier Tag im Tongariro National Park erwartete uns heute. Statt dessen stand eine ganztägige Wanderung, der "Tongariro Crossing" auf dem Programm. Um 7:45 Uhr bereits holte uns ein Bus an der Howards Lodge, unserer Unterkunft, ab. Es war nicht unser Reisebus, sondern der eines Unternehmens, das Wanderungen am Tongariro anbot. Der sehr bedeckte Himmel stimmte uns nachdenklich, jedoch versicherte uns der Busfahrer, daß sich die Wolken schnell auflösen würden.

So fuhren wir, nachdem wir einige andere Passagiere von anderen Hotels abgeholt hatten, fast eine halbe Stunde zum Ausgangspunkt der Wanderung, die als eine der besten in ganz Neuseeland gilt und uns über aktives vulkanisches Gebiet führen sollte.

Vom Parkplatz wanderten wir um 8:15 Uhr los, zunächst flach und eben an der Mangatepopo Hut vorbei. Unser Weg wurde von einem kleinen kühlen Bach begleitet, der jedoch später an den Soda Springs nach links abwich [1].

Nun begann der enorm anstrengende Aufstieg zum Sattelpunkt [2] zwischen Mount Ngauruhoe [3] und Mount Tongariro, der einiges an Kondition abverlangte. Die morgendlichen Wolken [4] hatten sich nun tatsächlich innerhalb weniger Minuten verzogen und so hatte man einen herrlichen Blick auf den Kegel des Mount Ngauruhoe [5] und die restliche Umgebung. Sogar der fast 200 Kilometer (!!!) entfernte Mount Egmont, dessen Spitze aus den Wolken [6] lugte, war hervorragend zu erkennen.

Wanderkarte Tongariro NP

Nach einer Pause am Sattelpunkt verlief die Wanderung weiter durch den South Crater [7] einen kleinen Anstieg hinauf. Ein kleiner Teil der Reisegruppe, meiner einer war auch dabei, nahm noch einen kleinen einstündigen Abstecher zum Gipfel des Mount Tongariro zur Linken mit [8]. Auf dem Weg wurden wir von bizarren Lavagesteinsformationen und wunderbaren Ausblicken belohnt. Eigentlich zählten Vulkanlandschaften bisher nicht zu meinen Favoriten, was sich mit dieser Wanderung allerdings geändert hat. Auch ein solch vegetationsloses und trockenes Gebiet kann eine ungewöhnliche Faszination ausstrahlen.

Auf dem höchsten Punkt unserer Wanderung tat sich der unwirklich erscheinende Red Crater [9] mit einer riesigen irrwitzigen Gesteinsspalte vor uns auf, entstanden durch flüssiges Magma, das einst durch einen vertikalen Kanal in der Kraterwand an die Oberfläche gelangte und sich dort verfestigte, aber Hohlraum hinterließ.

Mount Ngauruhoe

Um 12:00 Uhr folgte der Abstieg, der an den Emerald Lakes [10, 11] vorbeiführte, neben denen auch Schwefelgase austraten [12]. Daraufhin gelangten wir zum Blue Lake [13], von wo aus es noch ca. 90 Minuten bis zur Ketetahi Hut zu laufen waren [14], an der wir eine längere Pause machten. Von nun an wurden Waden, Knie und Füße noch einmal extrem beansprucht, denn der letzte, 90-minütige Abstieg [15] durch den Wald war zwar nicht steil, dennoch machten mir die nervigen Stufen zu schaffen. Die geschundenen Füße konnte man aber zeitweise im nebenherfließenden, eiskalten Bach betäuben [16].

Um 16:00 Uhr erreichten wir dann mehr oder weniger gemeinsam den Zielort, an dem auch mindestens 30 andere Wanderer auf ihren Bus warteten. Wir genehmigten uns jedenfalls noch ein kleines Nickerchen bis uns der Bus eine Stunde später abholte.

Ich spreche wohl ihm Namen aller, wenn ich sage, daß diese Wanderung zu den schönsten der Welt gezählt werden kann und in jedem von uns starke Eindrücke und Erinnerungen hinterließ. Nach einem Abendessen im hiesigen Wirtshaus klang der Tag gemütlich aus.


16. Tag: Wanganui - Tongariro NP 18. Tag: Tongariro NP - Rotorua