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© by Jens Sieckmann |
11. Tag, 11.02.1999: Hokitika - WestportAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick.
Das heutige Programm begann um 8:00 Uhr mit einer kurzen Fahrt zur Hafenbucht Hokitikas, wo wir endlich den Mount Cook wolkenfrei, wenn auch leider nur aus weiter Entfernung, beobachten konnten; ein erhabener Anblick.
Weiter fuhr der Bus Richtung Norden nach Barrytown, ein kleines Städtchen, in der wir unsere Räder abluden und uns für die Radfahrt vorbereiteten. Erneut begleitete uns Sonnenschein. Wir schienen mit dem Wetter geradezu unanständiges Glück zu haben. Der Teil der Westküste, der die heutige Radstrecke ausmachte, wird auch die "Irish Coast" genannt, weil sie mit ihren schroffen, aber grün bewachsenen Felsen der irischen Küstenregion ähnelt [1]. Uns bot sich ein atemberaubendes Schauspiel, als das vormittägliche Licht auf den Strand und die grünen Felsen traf und dabei die Gischt des Meeres zum Funkeln brachte [2]. Ein Erlebnis, das sich eigentlich nicht in Worte fassen läßt. Es war eindeutig eine der beeindruckendsten Teilstrecken des gesamten Neuseelandurlaubs. Fasziniert von dieser Kulisse radelten wir weiter auf hügeliger Strecke Richtung Norden nach Punakaiki [3], berühmt für seine bizarren Felsformationen, den "Pancake Rocks" [4, 5], inmitten des Paparoa National Park. Der Paparoa National Park ist gekennzeichnet durch Kalksteinlandschaften, natürliche Steinbrücken und tiefe Höhlensysteme. Starke Regenfälle formten das weiche Gestein immer weiter, zum Beispiel zu Platten von Sedimentgesteinen, die wie aufgeschichtete Pfannkuchen aussehen, eben den Pancake Rocks.
Wie erwartet war dieser Ort voller Touristen, die uns aber bei dem kleinen Rundgang um die Pancake Rocks nicht störten. Beeindruckend war das Zusammenspiel von Wasser, Licht, Stein und Luft. Es schien, als seien die Elemente an diesem Ort vereint. Die wuchtigen Wellen der Tasman Sea fauchten durch die schmalen Öffnungen (blow holes), knallten gegen den Fels und spalteten das Sonnenlicht wie ein Prisma in ihre Spektralfarben zu einem Regenbogen auf. Nach einstündigem Aufenthalt radelten wir weiter Richtung Charleston [6, 7], wo uns ein weiteres Highlight erwartete, das Underworld Rafting, eine Höhlenwanderung kombiniert mit einer Fahrt in einem Gummireifen in der Metro Cave, einer neun Kilometer langen Höhle. Am Ort des Geschehens angekommen, zogen Wolken auf und später begann es sogar leicht zu regnen. Aber das machte nichts, denn nach einer kurzen Wanderung zur Metro Cave zogen wir unsere Neoprenanzüge und wasserdichte Schuhe an und statteten uns mit Helm und Licht aus.
Nachdem wir die Höhle bestiegen, durften wir viele verschiedene Kalksteinformationen bewundern, darunter Stalaktiten und -miten, Scholes (am Überhang entstehende Kalksteine) etc. Unser Guide wußte sehr viel zu berichten. Nach der langen Erkundung kamen nun endlich unsere Taucheranzüge und Gummireifen zum Einsatz, die wir bis dahin umständlich schleppen mußten. Die Reifen trugen uns über das Wasser durch einen 50 bis 70 Meter langen Höhlenteil, die Glowworm Grotto, an dessen Wände und Decken tausende von Glühwürmchen hausten, ein absolut phantastischer Anblick. Nach einiger Zeit gelangten wir aus der Höhle in einen kleinen Fluß, auf dem wir weiter wild paddelnd mit unseren Gummireifen schipperten und auch ein paar "Stromschnellen" durchquerten. Alles in allem waren die 80 Dollar wohl doch etwas zu viel für diesen Event, der dann auch eher gemischte Gefühle hinterließ, zumal sich Kirsten auch noch am Fuß verletzte. Für mich war es dennoch eine witzige Erfahrung. Es war bereits 19:30 Uhr, als wir in den Bus stiegen, um die letzten Kilometer nach Westport zurückzulegen. Dort bezogen wir fix unsere Zimmer und speisten um 21:00 Uhr zu Abend.
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