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© by Jens Sieckmann

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Kompaktbericht

Zusammenfassender Kompaktbericht der gesamten Tour.

Was inspirierte wohl die Mitarbeiter der Fremdenverkehrsvereine Deutschlands und Österreichs, als sie den Mozart-Radweg schufen? Don Giovanni oder die Zauberflöte, der Türkische Marsch oder die Kleine Nachtmusik? Das Requiem war es vermutlich nicht, denn der Rundkurs von Salzburg durch das Salzkammergut, den Chiemgau, das Inntal, Tirol und das Berchtesgadener Land lässt sich durch alles andere als die Adjektive dunkel, schwer und traurig beschreiben.

Statt der offiziellen Empfehlung zu folgen, Salzburg als Start und Ziel der Tour festzulegen, erfüllte Wasserburg diese Aufgabe. Die Stadt am Inn beherbergt ein einmaliges Zentrum, das von pastellfarbenen Häusern im mittelalterlichen Stil geprägt ist und sich in dichter Bauweise in die enge Flussschleife drängt.

Bei schönstem Wetter schon in Sichtweite der Voralpen radelten wir entlang des Inns durch das Zentrum Südostbayerns, Rosenheim, das trotz seiner wirtschaftliche Bedeutung seinen Charme insbesondere durch die Jugendstil-Architektur, beispielsweise die Heilig-Geist-Kirche, bewahren konnte.

Ein Juwel hiesiger Dorfkultur trafen wir in Neubeuern an. Nach der Toreinfahrt erschloss sich uns ein romantischer Marktplatz, umringt von bezaubernden Häusern, die in ihrer künstlerischen Vielfalt durch Wandmalereien und blumengeschmückten Erkern den unverwechselbaren Charakter des Dorfes prägten.

Schon kündigte sich Österreich an, als die gewaltige Felsformation des "Zahmen Kaisers" vor uns aufragte. Nach dem Besuch des geschichtsträchtigen Kufsteins, der Perle Tirols, verließen wir den Inn Richtung Osten, um längs des Kaisergebirges tiefer in den Tirol hineinzufahren.

Vorbei am Walchsee, durch Kössen, das Kohlenbachtal und Waidring erklimmten wir einige hundert Höhenmeter, bis wir parallel eines Naturdenkmals - des Loferbachs - das attraktive, aber nicht überlaufende Touristenzentrum Lofer erreichten. Der vielleicht schönste Teil des gesamten Mozart-Radwegs führte nun in malerischer Idylle durch das bewaldete Tal, in dem die Saalach in flottem Tempo sprudelte.

Wieder in deutschem Gebiet begegneten wir vielerorts Spuren des höchsten Wirtschaftsguts vergangener Tage, des Salzes. Sei es die Alte Saline und das Salzmuseum in Bad Reichenhall, das die damalige Salzgewinnung anhand historischer Gerätschaften anschaulich erklärte, oder das Salzbergwerk in Berchtesgaden, in dem man auf Grubenwägen in traditioneller Bergmannstracht die Stollen des Bergwerks besichtigen konnte.

Das Berchtesgadener Land ist ein Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Radfahrer. Zwar liegt der Königssee nicht direkt am Mozart-Radweg, dennoch sollte man diesen traumhaften naturbelassenen Ort in jedem Fall aufsuchen, auch wenn die Touristenmassen zunächst abschreckend wirken mögen. Die romantische, schon etwas kitschige Schiffsfahrt auf dem smaragdgrünen See, dessen Stille nur durch das berüchtigte Trompetenecho des Kapitäns durchbrochen wurde, führte nach St. Bartholomä zur zwiebeltürmigen Klosterkirche, dem möglicherweise meistfotografierten Motiv Deutschlands.

Ebenso lohnt sich ein Ausflug mit der Jennerbahn oder der Seilbahn zum Obersalzberg, im Dritten Reich Feriendomizil und zweiter Regierungssitz Hitlers. Nicht weit entfernt brütet der Adler im "Eagle's Nest", so der Beiname des Kehlsteinhauses in 1834 Metern Höhe, von dem die herrliche Landschaft des Nationalparks "Berchtesgadener Land" überblickt werden kann.

Nach monumentaler Naturkulisse stand nun mit Salzburg Kultur in vollem Umfang auf dem Programm. Mozarts Leben, seine Werke und seine anhaltende Bedeutung nach seinem Tod war an vielen Stellen in der Stadt erkennbar. Nicht nur die mittig auf dem Mozartplatz thronende Statue, sondern auch sein Geburtshaus in der Getreidegasse und die Festspielhäuser ließen in der barocken Altstadt das Komponistengenie wieder lebendig werden.

Direkt durch die kilometerlange Prachtstraße, der Hellbrunner Allee, führte der Radweg schnurgerade an den zahlreichen Schlössern vorbei, die schlussendlich von der größten vollständig erhaltenen Burg Mitteleuropas, der Festung Hohensalzburgs, übertroffen wurden.

Weiter brachte uns der Mozart-Weg, hier auch gleichzeitig Tauernradweg, entlang der Salzach nach Laufen, deren Brücke zu unserer Ankunft gerade ihren einhundertsten Geburtstag feierte. Eine frisch herausgegebene Sonderbriefmarke und ein festlicher Umzug mit einer Nürnberger Postkutsche verliehen dem von der österreichischen Außenministerin beigewohnten Ereignis besonderen Glanz.

In ländlicher Umgebung ließen wir die Städtchen am Waginger See hinter uns und erreichten schon bald das bayerische Meer, den Chiemsee. Ein erfrischendes Bad im kühlen See ließen wir uns ebenso wenig entgehen wie die Überfahrt ab Gstadt zu den beiden Inseln des Sees, der Herren- und Fraueninsel. Die Attraktionen des Herrenchiemsees sind die aus Geldmangel unvollendete Kopie des Versailler Schlosses, des Königsschlosses Ludwig II, die Museen und Gemäldegalerien. Auf der Fraueninsel hingegen sind die hübschen Gärten Anziehungspunkt, doch auch der Benediktinerinnenabtei Frauenwörth sollte einige Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Die nun nordöstlich verlaufende Route durch die Eggstätter Seenplatte und Amerang beendeten wir schließlich wieder in Wasserburg bei unseren freundlichen Gastgebern. Mit diesem gelungenen Aktivurlaub durch die schönsten Gebiete Oberbayerns und Österreichs kann ich nur zu der Empfehlung für andere Radler kommen, den Mozart-Radweg einmal selbst zu befahren und die dortige Natur und Kultur hautnah zu erleben. Dass die Beschilderung noch nicht hundertprozentig ausgebaut ist, lässt sich verschmerzen und kann durch folgende Literatur ausgeglichen werden:

  • Mozart-Radweg, Bikeline, Verlag Esterbauer, ca. 120 Seiten, Karten 1:50.000, 9,90 €
  • Mozart-Radweg, Verlag Schubert & Franzke, ca. 130 Seiten, Karten 1:50 000, 9,70 Euro.

Pauschalreisen werden vom Radreiseveranstalter Austria Radreisen (Joseph-Haydn-Str. 8, A-4780 Schärding, Tel. +43(0)77 12-55 11-0, Fax 48 11, E-Mail: office@austria-radreisen.at, www.austria-radreisen.at) und Österreich Touristik (Am Hartmayrgut 4–6 F, A-4040 Linz, Tel. +43(0)732-66 30 24-0, Fax 66 30 25, E-Mail: rad@touristik.at, www.touristik.at) in verschiedenen Varianten angeboten.

Weitere Informationen bei den Fremdenverkehrsämtern und Touristikverbänden:

Tourismusverband München-Oberbayern
Bodenseestraße 113
D-81243 München
Telefon 089 / 82 92 18-13
Fax 089 / 82 92 18-28

SalzburgerLand Tourismus
Wiener Bundesstraße 23
A-5300 Hallwang bei Salzburg
Telefon +43(0)662 6688
Fax +43(0)662 6688 66


7. Tag: Chieming - Wasserburg Übersicht