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© by Jens Sieckmann

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5. Tag, 29.05.2003: Müritz, Waren

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Radetappe; Kratzeburg, Waren, Ankershagen
Strecke: Kratzeburg - Klockow - Federow - Waren - Kargow - Wendorf - Ankershagen - Kratzeburg
Kilometer: 65,5
Schnitt: 15,7 km/h
Höhepunkte: Waren an der Müritz, Schliemann-Museum Ankershagen

Zur fetten Chillout-Zone, wie es in der Radiowerbung letztes Jahr hieß, wollten wir am heutigen Tag, zur Müritz, dem größten See der Mecklenburgischen Seenplatte. Unser Auto stellten wir in Kratzeburg ab. Von dort verlief die Tour an der Bahn Richtung Westen über Klockow und Federow nach Waren und von dort über die etwas nördlichere Route zurück über Kargow, Groß Dratow, Wendorf und Ankershagen bis nach Kratzeburg.

Zum Frühstück wurden wir von den Gierkes, unseren Vermietern, zum "Herrentag", wie der Vatertag hier genannt wurde, beglückwünscht und bekamen dazu auch ein süßes Geschenk überreicht. Später viel uns auf, dass der Vatertag hier mit Traktor- und Kutschenfahrten, Grillen und natürlich feuchtem Gelage ausgiebiger gefeiert wurde als bei uns im Rheinland oder Sauerland. Ich war überrascht, als man uns aufklärte, dass der Vatertag noch vor einigen Jahren hierzulande ein regelrechtes Spektakel war.

Warener Marktplatz
 
Schloss Wendorf

Mitten durch den Nationalpark fuhren wir durch Kiefernwald und Wiesen über Federow, wo man sich an der Touristeninformation ausführlich über die Gegend informieren und auch ein paar Souvenirs erstehen konnte. Eine freundliche Dame in Uniform beantwortete ruhig jede Frage. Mindestens 30 Radfahrer waren hier am kleinen Häuschen anwesend.

Bis nach Waren waren nun nur noch wenige Kilometer zurückzulegen. Am Hafen [1] an der Binnenmüritz standen zahlreiche Boote bereit, vom alten Segelschiffchen mit Seitenschwertern bis zur modernen Motorjacht.

Die feine Altstadt [2] mit makellos renovierten Gebäuden, unter anderem die Löwenapotheke auf dem Marktplatz [3], wirkte ruhig, obwohl heute Feiertag und schönstes Wetter war. Na ja, das mit der Chillout-Zone war wohl nicht übertrieben. Waren wurde mit Bundesmitteln in das Touristenzentrum der Gegend verwandelt, was man der Stadt in positivem Sinne an vielen Ecken anmerkte.

Über Feldwege fuhren wir nun in östlicher Richtung zurück über Kargow, Groß Dratow und Wendorf. Hier in Wendorf nahmen wir den Abstecher zum Schloss [4], eine kleine aber feine ehemalige Residenz, in der heute soziale Einrichtungen, ein Hotel und ein Café beheimatet ist.

Nicht mehr weit war es dann bis Ankershagen [5], wo Anfang des 19. Jahrhunderts der berühmteste deutsche Archäologe, Heinrich Schliemann, seine Kindheit verbrachte. Das damalige Elternhaus ist heute das Heinrich-Schliemann-Museum. Wir berappten die drei Euro für den Eintritt und besuchten die Ausstellung. Neben einigen wenigen Ausgrabungsstücken wurde hauptsächlich auf das Leben von Schliemann eingegangen, über seine Arbeit, aber auch im besonderen über seinen Bezug zu Ankershagen und Mecklenburg-Vorpommern.

Nahe der Havelquelle ging es über Dieversdorf zurück nach Kratzeburg, wo wir uns ein Bier genehmigten und den Abenteuerzug besichtigten. Auf einem Gleis des Bahnhofs stand eine alte russische Lok mit einigen Waggons, die als Schlaf-, Speise- und Waschwagen ausgewiesen waren und sogar zur Übernachtung gemietet werden konnten.


4. Tag: Fürstenberg, Stechlinsee 6. Tag: Tollensesee, Neubrandenburg