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© by Jens Sieckmann

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4. Tag, 28.05.2003: Fürstenberg, Stechlinsee

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Radetappe; Fürstenberg, Rheinsberg
Strecke: Fürstenberg - Neuglobsow - Rheinsberg - Strasen - Steinförde - Fürstenberg
Kilometer: 61,3
Schnitt: 14,4 km/h
Höhepunkte: Schloss Rheinsberg, KZ Ravensbrück

Unsere Tour begann heute nicht an der Haustür, sondern 20 Kilometer weiter südlich im Ruppiner Land in Fürstenberg. Von dort nahmen wir den Radweg nach Neuglobsow zum Stechlinsee weiter Richtung Westen durch Rheinsberg und wieder zurück über Strasen und Steinförde nach Fürstenberg.

Fürstenberg [1] an der Oberhavel lag bereits in Brandenburg, nahe der Grenze Mecklenburg-Vorpommerns. An der Kirche und am Bahnhof vorbei ging es auf dem komfortabel zu befahrenden Radweg nahe der Hauptstraße an den herrlichen Stechlinsee [2], dem schönsten der bisher von mir gesichteten Gewässer der Mecklenburgischen Seenplatte. Grüne Wiese, angenehmes Sandufer und der Sonnenschein waren Garant für eine erholsame Rast.

Ein Stück weiter am See entlang durch den Wald folgten wir den Schildern über den kleinen Plazkowkanal bis wir wieder auf der Straße waren, die hier gleich dreispurig ausgebaut wurde; eine für den Autoverkehr, eine für Radler und eine für Reiter. Bis Rheinsberg war es dann nur noch ein Katzensprung.

Die größte und schönste Attraktion der Stadt, Schloss Rheinsberg [3], wurde gerade renoviert. Bei einigen Außenmauern bröckelte die Farbe ab, aber das prachtvolle architektonische Gesamtbild wurde dadurch kaum geschmälert, zudem die gepflegten Gärten ihren Beitrag dazu leisteten. So sahen es wohl auch die Hobbyruderer, die hier auf dem Griericksee direkt am Schloss eine Pause einlegten.

Schloss Rheinsberg
 
Russischer Panzer in Ravensbrück

Vorbei an einer farbigen Häuserzeile [4] des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der auch Schloss Rheinsberg und den Stadtgrundriss konstruierte, fuhren wir den ausgeschilderten Radweg nach Strasen. Und da begann der negative Teil des heutigen Tages. Sand, Sand und nochmal Sand. Kurz vor Beerenbusch wurde der Weg teilweise unbefahrbar, weil wir dauernd im Sand steckenblieben. Ein Mountainbiker, der uns entgegenkam, meinte, wir müssten noch mindestens einen Kilometer durchhalten bis sich die Streckenverhältnisse besserten. Dies trat dann auch glücklicherweise ein. Asphalt, Feldsteinwege und Schotter wechselten sich ab, bis wir dann in Strasen wieder ausschließlich auf Asphalt unterwegs waren.

In Steinförde machten wir am Menowsee noch eine kleine Rast und radelten dann am Röblinsee vorbei bis nach Fürstenberg zurück. Hier an den Ufern und auch schon etwas vor der Stadt waren alte Häuser zu sehen, in denen bis vor zehn Jahren noch die russischen Offiziere gewohnt hatten.

Da es noch relativ früh am Nachmittag war, besuchten wir das ehemalige Frauen-Konzentrationslager und heutige Gedenkstätte in Ravensbrück [5]. Die Geschichte des Naziterrors wurde hier bildhaft [6]. Durch die Glasscheiben eines Gebäudes erkannte man die Verbrennungsöfen und draußen den schmalen Gang, in dem hunderte von Frauen durch Genickschuss ihr Leben ließen. Die Innenräume waren gekennzeichnet durch lange Flure mit einzelnen Zellen gleich einem Gefängnis.

Draußen an den Betonmauern des Hofes waren in eisernen Lettern die Namen von 20 europäischen Ländern eingefasst, aus denen die Opfer dieses KZ stammten. Bei einigen von ihnen lagen Sträuße, Kränze oder einzelne Blumen in Gedenken und zur Mahnung.

Mit einer interessanten touristischen Attraktion etwas anderer Art konnte Fürstenberg an den Bahngleisen aufwarten. Es war möglich, eine abenteuerliche Fahrt mit einer Dreysine von Fürstenberg bis Templin zu unternehmen. Wer für diese ungewöhnliche Art der Fortbewegung etwas übrig hatte, kam hier voll auf seine Kosten.


3. Tag: Hohenzieritz 5. Tag: Müritz, Waren