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© by Jens Sieckmann

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1. Tag: 29.03.2002, Siegen - Biedenkopf

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Anreise; durchs Wittgensteiner Land zur Lahnquelle bis nach Biedenkopf
Strecke: Bonn - Siegburg - Siegen (Bahn)
Siegen - Bad Laasphe - Biedenkopf (Fahrrad)
Kilometer: 65 (Fahrrad)
Schnitt: 16,3 km/h
Höhepunkte: Lahnquelle

Auf zur ersten Etappe der österlichen Wallfahrt zur Lahn. Mein jüngst erworbenes Fahrrad, das Cross-Trekking-Rad C-75 von Gudereit begleitete mich von nun an vier Tage lang ohne einen einzigen Schaden. Aber das sollte man von einem 660 Euro-Rad auch verlangen können. Obwohl: nach dem gestrigen probeweisen Abziehen des Ritzelpakets schleifte heute die Bremse ein wenig. Aber das ließ sich schnell richten. Für die Vier-Tage-Tour durch NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz genügten eine große Packtasche und die Lenkertasche vollkommen.

Wittgensteiner Land
 
Lahnquelle

Um 9:45 Uhr traf ich meinen Freund Peter, mit dem ich schon letzten Sommer in Island unterwegs war, am Konrad-Adenauer-Platz in Bonn-Beuel, um den Telekom-Express nach Siegburg zu nehmen. Dort, auf dem chaotischen kleinen Bahnhöfchen (es wird dort schon seit Jahren ein neuer gebaut, aber man kommt nicht so recht vorwärts) fuhren wir mit der Bahn nach Siegen.

Der erfreulich geringe Verkehr und das sagenhafte Wetter stimmten mich fröhlich, als wir die ersten Kilometer Richtung Lahnquelle absolvierten. Die Sieg, die hier in der Nähe ihrer Quelle kaum drei Meter breit war, begleitete uns scheinbar fröhlich glucksend, als ob auch sie den Sonnenschein genoss. Der Sieg-Radweg geht fast nahtlos in den Lahn-Radweg über.

Meine Vorbereitung auf die Lahntour war nicht sonderlich intensiv gewesen: keine Karten oder sonstige Aufzeichnungen, lediglich ein paar Kilometerangaben und die Adressen unserer Unterkünfte. Doch zufällig schaute ich letzte Woche einen Fernsehbericht über die Lahn, in dem auch die hiesige Kunst des Fassadenschmucks, der Kratzputz, erwähnt wurde. In Nenkersdorf stießen wir auf ein derart verziertes Fachwerkhaus.

Vom Wittgensteiner Land [1] schlängelte sich die Landstraße einige Kilometer durch bewaldetes Gebiet bis in eine Höhe von 650 Metern. Hier stand der Lahnhof [2], der direkt im Quellgebiet der Lahn liegt und dadurch einen Teil seiner Attraktion bezieht. Früher warb man damit, dass sich die Lahnquelle im Keller des Hofes befände. In Wahrheit handelt es sich aber um ein größeres Gebiet mit vielen kleinen Quellen. Zunächst nur ein kleines Rinnsal, wuchs sie später zu einem Bach an, zu dessen Seite sich der Radweg gesellte.

Die nächste größere Stadt war der Kurort Bad Laasphe [3]. Von dort war es nicht mehr weit bis zu unserem Etappenziel Biedenkopf [4], dessen Wahrzeichen eine Burg ist [5]. Nach einigen Schulterzucken von Passanten auf die Frage nach der Wegbeschreibung zu unserer Unterkunft steuerten wir das nahe gelegene Krankenhaus an und erfuhren, dass die Pension gar nicht in Biedenkopf, sondern in Wallau lag. Wallau hat wir bereits sechs Kilometer zuvor durchfahren. Für einen Torenradler ist es eines der schlimmsten Dinge überhaupt, einen bereits absolvierten Weg, zurück zu fahren. Na egal.

In Wallau empfing uns gegen 17:00 Uhr das nette ältere Ehepaar, bei dem wir die Übernachtung gebucht hatten. Zur Feier des Tages (Karfreitag) suchten wir des abends ein Lokal auf und genehmigten uns ein leckeres Bier sowie eine kalorienintensive Pasta.


Übersicht 2. Tag: Biedenkopf - Gießen