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© by Jens Sieckmann

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27. Tag: 20.07.2001, Reykjavík - Keflavík

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Radetappe; Erholung in der Blauen Lagune
Strecke: Reykjavík - Blaue Lagune - Keflavík Flughafen
Kilometer: 78
Schnitt: 22,4 (km/h)
Höhepunkte: Naturbadestätte "Blaue Lagune"

Die Nacht in der Jugendherberge tat mir sehr gut. Wir hatten einen Australier und, so weit ich weiß, einen Engländer auf dem Zimmer.

Der Morgen war schön, und nach dem Frühstück brachen wir zeitig um kurz nach 9:00 Uhr auf, um die Innenstadt Reykjavíks Richtung Süden zu durchqueren. Wir fuhren, dem Autoverkehr aus dem Weg gehend, auf Rad- bzw. Fußgängerwegen [1]. Am Stadtrand hörten diese dann aber auf, als wir auf die Verbindungsstrecke zwischen Reykjavík und Keflavík, der Straße 41, abbogen.

Aufgrund des Rückenwindes und der recht uninteressanten Landschaft (wir hatten sie schließlich schon vor vier Wochen gesehen) kamen wir rasend schnell voran und waren schon kurz vor 11:00 Uhr am Abzweig der Straße 42 zur blauen Lagune, dem weltberühmten Bade- und Kurparadies, das von heißen Quellen [2] gespeist und mit Schwefel und Salz angereichertem Wasser angeblich insbesondere bei Hautkrankheiten heilende Wirkung haben sollte.

Wir radelten die knapp zehn Kilometer dorthin, bezahlten die happigen 20 DM (880 Kronen) Eintritt und konnten für zwei bis drei Stunden das hochmoderne, aber natürliche und angenehme Ambiente genießen. Das Wasser war ca. 35 Grad warm und bauchnabeltief. Ich watete durch Grotten, schwamm unter Brücken hindurch und schwitzte in der Sauna. Entspannung pur! [3]

Um ca. 15:00 Uhr die Blaue Lagune verlassend, brachen wir zu den letzten 20 Kilometern Island-Tour nach Keflavík auf. Es fing an zu regnen, aber ich hatte einfach keine Lust, meine Regensachen rauszuholen. So nass war es dann auch wieder nicht, als wir die letzte Zwischenstation am Keflavíker Zeltplatz erreichten.

Wir unterhielten uns ausführlich mit zwei Berliner Radtouristen. Resümierend kamen einige lustige Geschichten zu Tage, zum Beispiel von zwei Deutschen, die mit ihrem 5000-DM-Koga-Miyata-Mountain-Bikes unterwegs waren, aber beim ersten kleinen Berg schoben oder die schlimmsten Angstzustände bekamen, als ihre Edelfahrräder achtlos vom Busfahrer in den Stauraum des Busses geworfen wurden. Solche Anekdoten sind einfach nur schön und das Salz in der Suppe jeden Island-per-Rad-Urlaubs.

Blue Lagoon

Wir sahen sogar Alain wieder, den wahnsinnigen Franzosen von Hvollsvöllur. Er hatte wieder ein paar Geschichten zu erzählen, die mir die Zehennägel hochklappen ließen: 180 Kilometer durch das Hochland, inklusive Landmannalaugar. Diese Wege gehören zu den schlechtesten ganz Islands und sind nicht zum Fahrradfahren zu empfehlen. Das aber hielt Alain keinesfalls davon ab, sie trotzdem zu befahren. Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln.

Um 18:00 Uhr brachen wir dann zum Flughafen auf, der fast völlig menschenleer war. Wir mussten noch fünf Stunden bis zum Check-In totschlagen. Aber wie so oft barg Island Überraschungen. In diesem Fall in Form von Eric, dem Schweizer Bäcker, der seinen Urlaub um zwei Wochen verkürzen musste, weil sein Kollege einen Unfall hatte und er nun für ihn einspringen musste. Wir hatten Eric diverse Male auf unserer Reise getroffen und richtig lieb gewonnen.

Hier am Flughafen [4] hatten wir endlich die Möglichkeit, unser Gepäck zu wiegen. Wir kamen auf 23 Kilogramm pro Fahrrad.

Um 1:00 Uhr nachts hieß es: Island, ade.


26. Tag: Reykjavík 28. Tag: Keflavík - Bonn