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© by Jens Sieckmann |
17. Tag: 10.07.2001, Reykjahlið - HöfnAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick.
Heute stand ein reiner Bustag auf dem Programm. Geplant war, den Bus vom Myvatn nach Egilsstaðir und danach den durch die Ostfjorde nach Höfn zu nehmen [1]. Besonders den ersten Abschnitt hatte ich nach Studieren diverser Island-Reiseliteratur als unwirtlich und uninteressant, aber vor allem als schlecht befahrbar in Erinnerung behalten. Der Bus fuhr um 10:30 Uhr ab Hotel Reyhnilið ab. Es begleitete uns ein wanderndes Pärchen aus Süddeutschland. Wie vermutet wurde die Gegend östlich des Myvatn schnell karg und einsam. Steinwüste und dunkelrote bis schwarze Lavafelder bestimmten das Bild. So nahm ich die Gelegenheit wahr, eine kleines Mittagsschläfchen zu machen. Wir kamen um 13:00 Uhr in Egilsstaðir an und konnten unser Gepäck gleich in den nebenstehenden Bus nach Höfn umladen, der um 14:00 Uhr losfuhr. Der Busfahrer packte bei unseren Rädern hilfsbereit zu.
Ich hatte auch die folgende Strecke absichtlich als Busreise geplant, weil ich die Sehenswürdigkeiten in Islands Süden, die alle nach Höfn kamen, auf jeden Fall mit dem Rad erkunden wollte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Entscheidung auch richtig war. Zwar war die Strecke zwischen Egilsstaðir und Höfn landschaftlich wesentlich interessanter als erwartet [2, 3]; von rauher, nordischer Schönheit mit vielen Gletschern, Bergen [4, 5] und Fjorden, aber die Schotterstraße mit den vielen Steigungen und Abfahrten wäre keinesfalls einfach gewesen. Außerdem fehlte uns natürlich die Zeit, ein rauher Wind wehte und es war höllisch kalt. Zum Glück konnten wir die Naturschönheiten zumindest teilweise aus dem Bus beobachten. Dieser hielt zwei bis drei Mal bei sehr schönen Aussichtspunkten an, von denen aus man hervorragend Fotos knipsen konnte [6].
Am schönen Campingplatz von Höfn angekommen, hatte man gute Sicht auf den Vatnajökull. Der Vatnajökull (isländisch: vatn = Wasser, jökull = Gletscher) ist mit 8300 Quadratkilometern Europas größter Gletscher, der nur noch von den Eismassen Grönlands und der Antarktis übertroffen wird. Unter der durchschnittlich 450 Meter dicken Eisschicht schlummern mehrere Vulkane, die mit ihren Ausbrüchen die Eismassen schmelzen, ins Tal fließen lassen und die Umgebung nachhaltig verändern. Das Sandergebiet Skeiðarársandur ist so entstanden. Wir schauten im Internet-Café vorbei und holten uns etwas zu essen. Da wir bei der Anmeldung eine kostenlose Eintrittskarte für das nicht weit entfernte Volkskundemuseum ausgehändigt bekommen hatten, statteten wir diesem folglich auch einen Besuch ab. Dort konnte man einen sehr detailreichen Einblick in den Alltag Islands vor 100 Jahren erhalten. Von der Landwirtschaft über Schmiede- und Handwerkskunst bis hin zur Hausarbeit/Haushalt wurde alles (auch auf deutsch) genau erläutert und durch Ausstellungsstücke verbildlicht.
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