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© by Jens Sieckmann

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15. Tag: 08.07.2001, Fosshóll - Reykjahlið

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Radetappe; Dunkle Burgen am Mückensee Myvatn
Strecke: Fosshóll - Laugar - Myvatn - Reykjahlið
Kilometer: 59
Schnitt: 16,2 km/h
Höhepunkte: dunkle Burgen: Dimmuborgir, Mückensee Myvatn

Bei fast wolkenlosem Himmel war gleich zu Anfang der Tour zum Myvatn ein kräftiger Anstieg zu überwinden, wonach wir uns aber auf eine lange Abfahrt freuen konnten, die mir allerdings wegen des Windes die Tränen in die Augen trieb.

Nach dem Dorf Laugar war ein zweiter Berg zu überwinden. Ab hier begann die gut zu befahrende Schotterstraße. Auf der Anhöhe trafen wir erneut die allein reisende Frau von der gestrigen Etappe wieder. Sie war erst vorgestern Nacht in Keflavík angekommen, dann in der Nacht nach Reykjavík gefahren und hatte morgens früh den Bus nach Akureyri genommen!

Auf der "Hochebene" erreichten wir nach einiger Zeit den von zartem Moos umgebenen See Masvatn. Nach dem letzten Anstieg für heute führte uns die Straße in das Naturschutzgebiet des Myvatn. Der grasbewachsene Boden war von vielen Bächen und Flüssen durchzogen und zahlreiche bizarre Steinformationen säumten den Weg [1].

Als wir die Westseite des Sees erreichen, überholten uns winkend die Motorradfahrer von gestern. Weiter nahe am See entlang, erstreckten sich links Gletscher und rechts skurrile Lavaformationen und Vulkankrater [2]. Ein Ort der Gegensätze wie man ihn häufiger auf Island antrifft.

Fauchende Dampfquellen, Solfataren aber auch die vielfältige Flora und Fauna (insbesondere Vögel, von denen einige europa- und sogar weltweit nur hier vorkommen) bieten komprimiert auf ein so kleines Gebiet dem naturfreundlichen Touristen derart viele Sehenswürdigkeiten, dass er problemlos mehrere Tage dort verweilen kann.

Kurz vor unserem Etappenziel in Reykjahlið machten wir einen Abstecher zu den Dimmuborgir [3], einem Feld voller befremdlich wirkender Gesteinsformationen, die zu einem Labyrinth verwoben waren [4]. Wir wanderten hindurch bis zu einem Gebilde, das Kirkja [5] hieß und einem gotischen Kathedraleneingang ähnelte.

In Reykjahlið angekommen, entdeckten wir sofort den sehr schönen, direkt am See gelegenen Zeltplatz "Hof Bjarg", auf dem wir uns für die nächsten beiden Nächte niederlassen wollten. Peter unterhielt sich mit einem italienischen Pärchen, das mit dem Bike die steinige Sprengisandur-Wüste durchqueren wollte. Sie kamen daraufhin zu mir, weil ich ein ausführliches Buch mit Fahrradetappenbeschreibungen (Ulf Hoffmann: "Island per Rad") dabei hatte. Sie waren bereits zweieinhalb Monate unterwegs durch Italien, der Tschechei, Deutschland, Norwegen und nun seit einigen Tagen durch Island gereist. Insgesamt hatten sie sechs Monate Zeit, ihren Fahrradurlaub zu genießen.

Eine weitere, sehr intensive Bekanntschaft schlossen wir mit zwei Deutschen, die auf Farmen in der Nähe arbeiteten. Sie konnten uns viel Interessantes über die Arbeit auf einem isländischen Bauernhof erzählen. Auch die isländische Lebensweise, wie z. B. das viele Essen (die Isländer auf der Farm essen nach dem Aufstehen einen süßen Snack, dann ein gehaltvolles Frühstück, zum Mittag, zum Kaffee und zu abend), das kühle Gemüt und vieles mehr schilderten sie uns in witzigen Anekdoten.


14. Tag: Akureyri - Fosshóll 16. Tag: Reykjahlið