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© by Jens Sieckmann

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12. Tag: 05.07.2001, Varmahlíð - Akureyri

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Busfahrt; Wiesen und Moose in der Öxnadalsheiði
Strecke: Varmahlíð - Akureyri (Bus)
Kilometer: 94 (Bus)

Der heutige und morgige Tag waren als Erholung und "Halbzeitpause" in Akureyri gedacht. Wir wollten den Bus von Varmahlíð um 13:30 Uhr nehmen, weshalb wir lange ausschliefen und uns viel Zeit beim Packen unserer Sachen ließen. Das Zelt hätte man eigentlich gar nicht zusammenpacken mussten; es hatte sich quasi von alleine zusammengefaltet, weil es in der Nacht stark gestürmt hatte. Zum Schutz hatten wir uns vollständig in die warmen Schlafsäcke vergraben.

Der Bus hielt am Hotel oberhalb der Servicestation. Meine Befürchtung, es wäre kein Platz mehr für uns und die Fahrräder frei, stellte sich glücklicherweise als unbegründet heraus. Wir konnten die Fahrräder selber in den seitlichen Stauraum des Busses einladen. So war die Chance größer, sie vor möglichen Kratzern oder anderen Schäden zu bewahren.

Auf der knapp 80 Minuten dauernden Reise durchquerten wir das Norðurádalur und die Öxnadalsheiði, eine beeindruckende Wiesen- und Mooslandschaft, die von Flüssen mit riesigen Geröllbetten durchzogen und beiderseits von hohen Bergen, teils noch schneebedeckt, umgeben waren. Im Frühling dürften die Flüsse zur Schneeschmelze enorm ansteigen.

Kurz vor Akureyri konnten wir schon die Herberge sehen, in der wir diese Nacht übernachten würden. Der Bus fuhr aber zum Terminal in die Innenstadt, so dass wir noch ein paar Kilometer zurückradeln mussten. In der Unterkunft angekommen, begrüßte man uns mit der freudigen Nachricht, dass für Freitag doch noch ein Zimmer frei wäre. Glück muss man haben.

Nach einer kurzen Ruhepause schwangen wir uns noch einmal auf die Sättel, um in die Stadt zu fahren. Die Touristeninformation bot viel Wissenswertes und ein witziges Gästebuch. Der schönste Eintrag war folgender: "... und ich dachte schon, jemand hätte die Sonne geklaut!". Einen kleinen Zivilisationsschock mussten wir schon über uns ergehen lassen, denn dies zwar seit zwei Wochen der erste Ort mit einer "City", die mit einer Bäckerei, einem Kino, Cafés, einer Buchhandlung und vor allem mit vielen Menschen aufwarten konnte. Aber was wir in der Hafenstadt nicht fanden, war eine simple Fischbude, in der wir das erste Mal frischen isländischen Fisch probieren wollten. Fehlanzeige! Mit diesem Vorwurf konfrontierten wir einen ortsansässigen Busfahrer, der daraufhin nur zu antworten wusste: "Der ganze Fische wird doch nach Deutschland exportiert!". Na dann gute Nacht.


11. Tag: Varmahlíð 13. Tag: Akureyri