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© by Jens Sieckmann |
11. Tag: 04.07.2001, VarmahlíðAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick.
Heute morgen stand ich um 8:00 Uhr auf und wollte das Handtuch aus dem Schuppen holen, wo ich es gestern abend zum Trocknen aufgehangen hatte. Als ich die Tür öffnete, sah ich zwei Gestalten in den Betten schlafen, von denen eine einen undefinierbaren Laut von sich gab. Ich flüchtete ins Zelt, wo ich noch ein wenig im Islandführer las. Als die erste Gestalt um 9:00 Uhr aus dem Häuschen kam, unternahm ich einen zweiten Versuch, meine Sachen zu ergattern. Schleichenden Fußes hatte ich schließlich Erfolg. Unsere heutige Strecke beschränkte sich auf einen Abstecher zur 25 Kilometer entfernten, nördlich im Skagafjörður gelegenen Stadt Sauðárkrókur, die zweitgrößte Siedlung Nordislands mit ca. 3000 Einwohnern.
Wir fuhren ohne Gepäck zunächst sechs Kilometer bis Glaumbær, einem Ort, an dem urtümlich anmutende Torfhäuser standen [1, 2], in denen die Bauern Islands im 19. Jahrhundert aus heutiger Sicht ärmlich gelebt hatten. Tatsächlich war es aber eine reiche Bauernfamilie, die dieses flache Gehöft mit vielen kleinen Zimmern erbaut und bewohnt hatte. Da Holz rar war, diente Torf als alternativer Baustoff. Einige Häuser, in denen landwirtschaftliches Gerät stand, konnte man noch kostenlos besichtigen, für die Hauptattraktion musste man dann allerdings 250 Kronen berappen, die aber meines Erachtens gut angelegt waren. Man bekam einen interessanten Eindruck, wie hier früher gelebt und gearbeitet wurde.
Das große Haus, welches das Volkskundemuseum beheimatete, hatte einen langen Flur, zu dem rechts und links kleine Räume abzweigten, die früher verschiedenen Zwecken gedient hatten: als Speisekammer, Küche [3], Abstellraum, Arbeitsraum oder Schlaf- und Wohnzimmer [4]. Letzteres war sehr komfortabel ausgestattet am Ende des Flurs gelegen. Nach ca. einer Stunde Aufenthalt im Museum machten wir uns auf den Weg nach Sauðárkrókur [5]. Wir verköstigten uns wie so oft in einer Esso-Servicestation und fuhren danach zum Schwimmbad. Ich wollte vorher aber noch ein paar Fotos vom Ort, dem Hafen und dem Fjord mit Blick auf die Inseln Drangey und Málmey schießen [6, 7]. Um 15:00 Uhr verließen wir die Stadt und heizten regelrecht mit über 25 km/h (geschätzt) zurück zum Campingplatz nach Varmahlíð. Dort wollte ich für Akureyri zwei Übernachtungen buchen, Jugendherberge bevorzugt. Leider musste ich feststellen, dass dort nichts mehr frei war, und auch fast alle Gästehäuser der Stadt waren wegen einer Großveranstaltung belegt. Dennoch bekamen wir eine Schlafsackunterkunft für Donnerstag. Für Freitag mussten wir uns dann noch etwas anderes besorgen oder die Stadt schon früher als geplant verlassen.
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