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© by Jens Sieckmann

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10. Tag: 03.07.2001, Blönduós - Varmahlíð

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Radetappe; Regen total
Strecke: Blönduós - Bólstaðarhlíð - Varmahlíð
Kilometer: 53
Schnitt: 19,0 km/h
Höhepunkte: 50 Kilometer Regenfahrt, Entspannung im Hot-Tub

Da wir heute nur eine kurze Etappe von 50 Kilometern in Angriff nehmen wollten, schliefen wir etwas länger. Durch den nächtlichen und am Morgen fast, aber nur fast abgeklungenen Regen, blieb uns nichts anderes übrig, als das Zelt nass zu verstauen. Bedrohlich sah der Himmel in der Richtung aus, in die wir fahren wollten.

Es ging weiter die Ringstraße aus Blönduós heraus entlang des Flusses Blanda [1]. Nach fünf Kilometern nahm der Regen zu, weshalb wir unsere Regensachen überstreiften. Durch den Rückenwind kamen wir aber gut voran. Weiter dem Blanda folgend, fuhren wir durch das grüne Tal Langidalur [2], das links von Bergen begleitet wurde. Es waren viele Höfe mit Pferdekoppeln und Schafspferchen zu sehen.

Nach fast 30 Kilometern bei Bólstaðarhlíð [3] begann eine knackige 10-Prozent-Steigung über ca. drei Kilometer, dann ein weniger steiler, zwei bis drei Kilometer langer Aufstieg, der treppenförmig nach oben führte, alles in nieselndem Regen. Die Abfahrt führte mich zu einem kleinen Hof, auf dem man auch übernachten konnte. Ich machte dort eine kleine Pause, als ein Hund auf mich zugelaufen kam und mich neugierig beschnupperte [4]. Ich vertrat mir die Beine und hielt mich warm, da es noch regnete und windete. Der Hund folgte mir Schritt auf Tritt. Erst als ich nach zehn Minuten zur Weiterfahrt antrat, verabschiedete er sich mit einem Bellen.

Blanda

Fünf Kilometer weiter gelangte ich auf dem höchsten Punkt der Etappe nach Viðimyri, einem Aussichtspunkt mit einem Denkmal des isländischen Dichters Stephan Stephanson, der im 19. Jahrhundert nach Kanada und später in die USA emigrierte. Von hier aus hatte man zwar einen feuchten, aber dennoch erhabenen Blick auf das Tal, in dem unser Zielort Varmahlíð lag. Ich ließ mich bis zum Ortseingangsschild rollen und fragte in einem Haus, von dem aus Riverrafting-Touren unternommen wurden (man bot mir natürlich gleich eine solche an), nach dem Zeltplatz. Da es zwei davon gab, bevorzugten wir den leereren, der auch einen warmen Schuppen und einen Hot-Tub bot [5]. Inhaberin war eine nette ältere Dame, die uns sorgfältig mit isländischem Charme alle Einrichtungen demonstrierte.

Die 50 Kilometer im Regen, die mein Tacho über sich ergehen lassen musste, waren wohl zuviel. Das Display wurde erst blass und erlosch dann ganz. Das nächste Opfer der Tour. Ich wollte in Akureyri, unserem nächsten Aufenthaltsort, einen neuen erstehen.

Das Schwimmbad im Ort war leider geschlossen, also begnügten wir uns mit dem "hauseigenen" Hot-Tub. Immer wieder eine sehr entspannende abendliche Aktivität. Wenn der Regen die Oberfläche des heißen Wassers mir Ringen übersäht, verfällt man in Lethargie und vergisst die Strapazen der Reise schnell. Diese Art der Entspannung ist der ideale Ausgleich für Körper, Geist und Seele. Eine Empfehlung an alle Aktivreisende auf Island.


9. Tag: Sæberg - Blönduós 11. Tag: Varmahlíð