Strecke
Reisebericht
Eindrücke und Erfahrungen
Bilder
Sonstiges
Links
Home | Strecke | Reisebericht | Erfahrungen | Bilder | Sonstiges | Links

© by Jens Sieckmann

travelty.de

   

4. Tag: 27.06.2001, Geysir - Þingvellir

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Radetappe; Ein Wasserfall im Sonnenschein, Þingvellir, Gullfoss
Strecke: Geysir - Gullfoss - Laugarvatn - Þingvellir
Kilometer: 74
Schnitt: 15,5 km/h
Höhepunkte: mächtiger Wasserfall Gullfoss, historische Stätte Þingvellir

Um 8:30 Uhr machten wir uns auf, um ohne Gepäck eines von Islands Highlights, den mächtigen Wasserfall Gullfoss, zu besichtigen. Die Strecke verlief leicht bergauf, ca. zehn Kilometer fast direkt zur Sehenswürdigkeit, an die natürlich auch ein Café und ein Souvenir-Shop angeschlossen war.

Bei herrlichem Wetter und ohne lästige Touristenströme konnten wir die volle Pracht des nassen Ungetüms, das in zwei Stufen [1] über 32 Meter in eine tiefe, lange Schlucht fällt, bewundern [2]. Das dumpfe Grollen der Wassermassen des Flusses Hvítá dröhnte in den Ohren, als wir den markierten Weg zu Fuß nach unten nahmen. Nur ein paar Meter entfernt auf der natürlichen Gesteinsplattform der Ebene zwischen den beiden Fallstufen wurde man von der Mächtigkeit dieses Naturwunders in seiner vollen Intensität übermannt [3].

Diese Wunder wäre beinahe verunstaltet worden, hätte Sigriður Tómasdóttir im vorletzten Jahrhundert nicht mit großem Mut und Entschlossenheit den Bau eines Wasserkraftwerkes verhindert, das die Unberührtheit dieses Ortes jäh zerstört hätte.

Um 11:00 Uhr waren wir wieder in Geysir. Wir bauten das Zelt zusammen und radelten die Strecke zurück, die wir gestern gekommen waren [4]. Kurz vor Laugarvatn fing es noch einmal an zu regnen. Diesmal hatten wir aber rechtzeitig die Regensachen angezogen. Aus Fehlern wird man eben klug (und bleibt trocken).

An der Tankstelle in Laugarvatn kauften wir ein paar Waffeln, die wir auch sogleich verputzten. Nun begann die 16 Kilometer lange Schotterstraße nach Þingvellir mit zwei knallharten Anstiegen. Peter hatte ein paar Probleme, auf das kleinste Kettenblatt zu schalten, so dass er es von Hand umlegen musste. Gefährlich waren die unübersichtlichen Anstiege vor allem wegen der Busse, die uns oft erst sehr spät wahrnahmen.

Gullfoss

Nach der Passhöhe ging es noch ein wenig auf der Schotterpiste und einige Kilometer auf Asphalt zum Þingvallatn und nach Þingvellir abwärts [5]. Ich spürte in der rechten Achillessehne ein Stechen, das vermutlich daher rührte, dass ich heute morgen wieder in die nassen Schuhe geschlüpft war. Bad idea.

Am Zeltplatz von Þingvellir knüpfte man uns satte 1400 Kronen für die Übernachtung ab, und das für einen überhaupt nicht windgeschützten Stellplatz mit lediglich fließendem kaltem Wasser.

Am Abend fuhren wir in den historischen "Kern" von Þingvellir hinein [6] (Þingvellir ist nicht als Stadt oder Dorf, sondern als Gebiet und Nationalpark zu bezeichnen). Fast 900 Jahre lang bis 1789 war er der Hauptversammlungsort der Nation. Sowohl im Zeitalter der Wikinger, der norwegischen und dänischen Herrschaft, als auch der isländischen Unabhängigkeit galt es als nationales Heiligtum, Mittelpunkt des sozialen Lebens und Kulturdenkmal. Aber auch landschaftlich hat der Nationalpark eine Menge zu bieten [7]: vom größten Binnensee Þingvallatn, der Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen bietet, bis zur Almannagjá-Schlucht. Das gesamte Gebiet kann über viele Wege bewandert werden.

Wir besichtigten auf einem Rundweg die Parlamentsgebäude, den Friedhof und das schöne Hotel.


3. Tag: Mosfellsbær - Geysir 5. Tag: Þingvellir - Borganes