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© by Jens Sieckmann

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2. Tag: 25.06.2001, Keflavík - Mosfellsbær

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.


Beschreibung: Erste Radetappe; an der Hauptstadt vorbei
Strecke: Keflavík - Vogar - Hafnafjörður - Mosfellsbær
Kilometer: 68
Schnitt: 16,4 km/h

Wir wachten um 8:00 Uhr auf, gingen zur Rezeption und beglichen die für die letzte Nacht fälligen 1000 Kronen (1 Euro sind ca. 90 Kronen), die angesichts des gepflegten, modernen Platzes mit sauberen Sanitäranlagen nicht zu viel verlangt waren. Wir starteten nach einem Müsliriegel- und BiFi-Roll-Frühstück um 10:00 Uhr die erste Tagesetappe.

Bei leichtem Nieselregen folgten wir der Straße 41. Mit der schrumpfenden Entfernung zur Hauptstadt Reykjavík nahm der Verkehr und leider auch der Regen zu, die unserer Stimmung nicht gerade zu Gute kamen. In Hafnarfjörður, einer Trabantenstadt Reykjavíks, machten wir unter einer Brücke eine erste Pause. Da wir die Hauptstadt erst zum Schluss unserer Reise besuchen wollten, nahmen wir die Umgehungsstraße [1]. Auf der dreispurigen Fahrbahn war es zunächst noch lustig, im Windsog der großen LKW ein paar Meter weit getragen zu werden, aber nach einer halben Stunde Lärm, Nässe und Dreck hörte der Spaß langsam auf.

Einige Kilometer nach Reykjavík über einen langgestreckten Bergrücken tauchte das Städtchen Mosfellsbær [2], wo wir unser Lager aufschlagen wollten, vor einem schönen Bergpanorama [3, 4] bei mittlerweile aufklarendem angenehmen Radfahrwetter auf.

Trotz der frühen Stunde um 14:00 Uhr suchten wir den Zeltplatz auf. In einem Supermarkt, in dem ich etwas Proviant einkaufte, fragte ich bei der Verkäuferin nach. Eine Kundin schaltete sich dazwischen und erklärte sich bereit, mit ihrem Wagen vorzufahren. Aber wir fanden lediglich ein Toilettenhäuschen und weiter hinten eine Art Jugendcamp mit Schwimmbad vor. Dort erfuhren wir aber schließlich, dass der Platz ohne jeglichen Service war und wir unser Zelt aufstellen könnten, wo wir wollten. Für die lächerlichen 400 Kronen Gebühr bekamen wir sogar freien Eintritt im Schwimmbad.

Da ich die auf einem Hügel gelegene Kirche [5] zwei Kilometer vor Mosfellsbær - im Gegensatz zu Peter - noch besichtigen wollte, radelte ich allein dorthin. Von hier hatte man einen wunderschönen Blick auf den Ort und seine Umgebung. Die Kirche selbst war von einem hübschen Friedhof umgeben, auf dem einige Isländer Gartenarbeiten verrichtet wurden.

Kapelle in Mosfellsbær

Im Laufe des Urlaubs fiel mir auf, dass die Isländer ihre öffentlichen und privaten Grünanlagen stets sauber und gepflegt halten. Meist junge Leute, häufig in Straßenarbeiteranzügen, jäten Unkraut, mähen Rasen oder pflanzen Blumen. Eine meiner Meinung nach sehr positive Maßnahme, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Island nicht gerade mit einer üppigen natürlichen Vegetation gesegnet ist.

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz schaute ich mich noch ein wenig im Wohnviertel [6] der Stadt um, damit ich einen Einblick in die Wohnkultur der Isländer gewinnen konnte. Flache, einstöckige und komfortable Einfamilienhäuser, umgeben von viel Grün, ähneln zumindest teilweise den Vorstadtsiedlungen amerikanischer Metropolen, wie man sie so häufig im Fernsehen beobachten kann.

Nach dem sehr erholsamen Besuch im Schwimmbad begaben wir uns wieder zurück zu unserer Stoffhütte [7], nahe der wir unsere erste Tütensuppenmahlzeit zubereiteten. Die maßgebende Nahrung für die nächsten vier Wochen.

Witterungstechnisch hatten wir gleich am ersten Reisetag die breite isländische Palette erlebt. Von 10 Grad Regen bis 20 Grad Sonnenschein war schon eine Menge dabei gewesen.


1. Tag: Bonn - Düsseldorf - Keflavík 3. Tag: Mosfellsbær - Geysir