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© by Jens Sieckmann |
1. Tag: 24.06.2001, Bonn - Düsseldorf - KeflavíkAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick.
Nach einem langen Frühstück putzte ich noch schnell meine Wohnung, schrieb die letzten Ich-bin-im-Urlaub-und-kann-nicht-antworten-Mails und erledigte auch noch die letzten verwaltungstechnischen Dinge, bevor ich mich zu Peters Eltern begab, wo wir um 18:00 Uhr erneut zum Düsseldorfer Flughafen aufbrachen [1, 2]. Der knapp dreistündige ruhige Flug endete um ca. 22:40 Uhr in Keflavík [3]. Wir konnten schnell und problemlos unser gesamtes Gepäck und die Fahrräder abholen. Meines war vollkommen unbeschadet, aber Peters Lowrider war auf einer Seite verbogen. Er fixierte die waagerechte Stange mit einer Schlauchschelle, die dann nach mehreren Malen brutalen Festschraubens fast allen Belastungen standhielt.
Der langsam einsetzende Nieselregen baute mich nicht gerade auf, aber er störte auch nicht sonderlich, da ich mich seelisch schon auf ein solches Wetter vorbereitet hatte (und sowieso nur eine kurze Strecke zurückzulegen war). Jetzt war es soweit: Das Abenteuer "Radurlaub in Island" begann. Auf dem Weg zum sechs Kilometer entfernten Campingplatz trafen wir als erste von vielen Reisebekanntschaften ein radfahrendes Pärchen aus der Pfalz, die ebenfalls als Ziel den Zeltplatz ansteuerten [4]. Dieser war um die späte Uhrzeit (kurz vor Mitternacht) fast vollkommen leer, und auch die Rezeption war nicht besetzt. Wir beschlossen, die Benutzungsgebühr am nächsten Morgen zu bezahlen.
Nach einigen kurzen Schraubarbeiten am Fahrrad zerlegte sich Peters 20-DM-Multifunktionswerkzeug in seine Einzelteile. Das erste - zugegebenermaßen sehr frühe - Opfer der Tour. Dennoch konnte man es mit ein wenig Fingerfertigkeit und Improvisation weiterhin benutzen. Um 1:00 Uhr war alles für die erste Nacht vorbereitet: Packtaschen eingerollt, Zelt aufgebaut, Therm-A-Rests und Schlafsäcke platziert. Doch dunkel wollte es einfach nicht werden. Trotz des bewölkten Himmels war es nicht viel dunkler als ein Sommerabend in Deutschland um 21:00 Uhr. Die Nähe zum Polarkreis (Islands äußerster Norden liegt genau darauf) und die Schräglage der Erdachse setzt Island über die Sommermonate einem andauernden Licht, aber kaum intensivem Sonnenschein aus. Ich fand kaum Ruhe, war aber zuversichtlich, in den nächsten Tagen mit der nächtlichen Helligkeit zurecht zu kommen.
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