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Vorbereitungen

Wir wollten auf jeden Fall auf eigene Faust unterwegs sein und uns nicht in Abhängigkeit eines Veranstalters begeben. Der Hauptgrund dafür war, dass Englisch eine der Amtssprachen Indiens ist und wir davon ausgingen, eine Verständigung sei problemlos möglich (was dann auch so war). Des Weiteren schienen die Verkehrsmöglichkeiten so günstig (im finanziellen und infrastrukturellen Sinn) zu sein, dass die meisten Ziele einfach zu erreichen wären.

Der übliche Gang zur Stadtbibliothek brachte zahlreiche Bücher zutage, u. a. verschiedene Reiseführer und den sehr empfehlenswerten "Kulturschock" vom Reise Know-How-Verlag. Letztlich erstanden wir aber ein Exemplar aus dem Verlag, der bei Individualreisenden an erster Stelle steht: Lonely Planet. "Rajasthan, Delhi & Agra" überzeugte uns von Anfang bis zum Schluss und hielt trotz widriger Einflüsse und Wasserschäden während der Reise tapfer durch.

Als Gegenpol zum heißen Rajasthan planten wir die letzte Woche an einem kühleren Ort zu verweilen und zogen die Himalaja-Region in Betracht. Für intensives Trekking waren ein paar Tage aber zu wenig. Mitte März schien es auch noch zu kühl zu sein, um in höhere Gebiete vorzudringen. So standen die Bundesstaaten Himachal Pradesh und Uttaranchal zur Auswahl, wobei die Wahl schließlich auf letzteren und dort auf die Provinz Kumaon mit ihrer Hauptstadt Nainital fiel.

Unsere Interessen waren bei dieser Reise recht unterschiedlich verteilt. In Rajasthan wollten wir uns auf die alten Errungenschaften der Moguln und Maharadschas stürzen: Forts, Paläste und Tempel. Ebenso wollten wir das alltägliche Leben der Menschen kennen lernen, Religion und Tradition als wichtige Pfeiler der Gesellschaft. Die bunten Saris der Frauen reizten uns mindestens genauso. In Uttaranchal hingegen waren wir auf die Natur gespannt und auf die Gelegenheit, das erste Mal einen Siebentausender zu erblicken.