Einleitung

Unsere Entscheidung nach Indien zu fahren, fällten wir gut ein halbes Jahr vor der Reise. Nach China war es das zweite Land in Asien; die zweite große Kultur des Ostens, die wir kennen lernen wollten.

Natürlich waren uns die Probleme bekannt. Neben einigen Ländern des afrikanischen Kontinents war es Indien, das symbolhaft für Elend und Armut stand, auch wenn in letzter Zeit nur noch Nachrichten über die boomende Wirtschaft den Weg nach Europa fanden. Doch die Lektüre einiger Reiseberichte ließ und das erste Mal an unseren Zielen zweifeln. Horrorgeschichten über Krankheiten, nicht vorhandener Hygiene, Lärm, Gestank, Gedränge und Chaos trübten unsere Idealvorstellung vom alten Mogulreich. Zu hohe Erwartungen konnten somit gar nicht erst entstehen, aber damit wäre auch eine eventuelle Enttäuschung nur gering.

Von vorneherein konzentrierten wir uns auf Rajasthan, den Teil Indiens mit der bewegtesten Geschichte und deren prächtigsten Erzeugnissen. Kein anderer Bundesstaat konnte eine solche Fülle an Monumenten, aber auch an allgemeinen und kulturellen Aspekten der Gesellschaft wie Traditionen, Religion, Kunst und Musik, bieten. Als erholsamen Abschluss (und gleichzeitigem Kontrastpunkt) nahmen wir uns vor, die Natur am Rande des Himalajas in Uttaranchal zu genießen.