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© by Jens Sieckmann

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Wetter

Ja, das liebe Wetter in Südchile. Uns machte es oft einen Strich durch die Rechnung. Vor allem Los Lagos wartete mit Niederschlagsmengen auf, die mir bisher noch unbekannt waren. Selbst auf Island war es bei weitem nicht so nass wie hier. In einigen Regionen, z.B. im Nationalpark Vicente Perez Rosales fallen bis zu 4.000 mm im Jahr (zum Vergleich: in Deutschland sind es im Schnitt um die 1.000 mm). Viele Stunden andauernder Regen prasselte auf uns herab. Wir fragten Einheimische, ob das (zu dieser Jahreszeit) normal wäre und erhielten immer die Antwort "nein, nur im Winter".

Andere Reisende, mit denen mir in Patagonien über das Wetter im Seendistrikt sprachen, waren genauso deprimiert darüber wie wir und verließen es schnell wieder, sofern das möglich war. Es ist nun mal leider so, dass in Chile - ein Land für den Naturliebhaber und Outdoor-Fan - alles mit dem Wetter steht und fällt.

Auch Patagonien sollte regenreich sein, doch im Verhältnis zu den Seen war es ein Dürregebiet. Regen und Sonne wechselten sich zu etwa gleichen Teilen ab. Durch vorherige Recherche wenig überraschend waren die häufigen Wetterumschwünge von Sonne zu Wolken zu Regen. Allerdings hatte ich nicht mit einer solchen Heftigkeit und derart kurzen Intervallen gerechnet. Im Torres del Paine und den südlich angrenzenden Park Bernardo O'Higgins wechselte der Himmel alle fünf Minuten sein Gesicht, begleitet durch einen Wind, der mir manchmal förmlich die Schuhe auszog. Aber auch das war regional ganz unterschiedlich. Es herrschten Mikroklimate. Während es auf all unseren Wanderungen auf dem so genannten "W" relativ windstill war, fegten uns am Salto Grande Sturmböen von den Beinen.

Somit sei allen das ans Herz gelegt, was auch andere empfehlen: Regenkleidung und ein Programm, das bei schlechtem Wetter ein paar Alternativen bietet. Das ist allerdings nicht einfach, wenn man sich in einem Nationalpark befindet und nur den Bus als Transportmittel zur Verfügung hat. Aber auch dann gibt es Möglichkeiten: Thermen, Museen, Cafeterias oder vielleicht mal die Angel in die Hand nehmen und das Abendessen fangen.


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