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© by Jens Sieckmann

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Unterkünfte

Ich hatte den Eindruck, dass es ein Überangebot an Übernachtungsmöglichkeiten in Chile gab. Ich sah noch nie so viele Hotels und Pensionen geballt auf einem Flecken wie in den Städten Pucon, Villarica oder Puerto Natales. Hier war die Nachfrage nach Backpackerunterkünften und Pensionen am höchsten. Generell trafen wir aber so ziemlich alle Kategorien an Unterkunftsmöglichkeiten in (Süd-)Chile an. Schlafsäle (dormitories) und Mehrbettzimmer mit Stockbetten wie in Jugendherbergen rangierten dabei preislich (ab ca. 3.000 Peso p.P.) und komforttechnisch am unteren Ende der Skala. Campingplätze waren nach unseren Erfahrungen kaum günstiger. Das Preisspektrum reichte von 3.000 Peso (ca. 4,80 Euro im Nationalpark Huerquehue mit defekten sanitären Anlagen) bis zu saftigen 14.000 Peso (ca. 22,50 Euro im Nationalpark Puyehue mit beleuchteter und überdachter Sitzbank und Tisch).

Montaña Mágica bei Puerto Fuy

Hospedajes, Hostals und Pensionas fielen in die nächste Kategorie. Auch sie boten oft Mehrbettzimmer aber auch Doppel- und Einzelzimmer an. Ein Schrank, ein Stuhl und auch ein Nachttischlämpchen, um sein Reisetagebuch führen zu können, gehörten zur Standardausstattung. In den meisten Fällen hatten wir das Bad nicht auf dem Zimmer, mussten das auf dem Flur aber dennoch nicht teilen, weil wir die einzigen Gäste waren. Je nach Region zahlten wir 10.000-15.000 Peso für das Zimmer. Überall war das Frühstück im Preis enthalten, die Sauberkeit lag zwischen mäßig und hoch.

Ein einziges Mal schliefen wir im Hotel. Das Hotel Continental in Temuco war kaum teurer als die Privatunterkünfte. Es war keine schlechte Erfahrung, denn das koloniale Ambiente war für uns etwas Neues. Hotels dieser Art gibt es einige in Chile, aber man findet auch moderner ausgestattete Vier- oder Fünf-Sterne-Paläste mit allem "Schnickschnack", die der doch recht anspruchlose Südamerika-Individualurlauber gar nicht braucht: Kofferträger, Bar, Pools, Zimmerservice etc. Als unangefochtenes Highlight - obwohl wir nie dort nächtigten - war der Montaña Mágica in Puerto Fuy. Vom noblen "Zauberberg" floss Wasser herab, der Schornstein rauchte und zarte Gemütlichkeit umfing das ganze Hotel. Als wir mit dem Schweizer Verwalter ins Gespräch kamen, drückte er uns gleich eine CD-ROM mit Bildern in die Hand. In Frutillar empfehlen wir "Hospedaje Vivaldi", in Punta Arenas "Hospedaje Magallanes".

Der Naturliebhaber, der dennoch ein festes Dach über dem Kopf liebt, greift zu den Cabañas, von denen es in der Seenregion sehr viele gibt. Das sind oft malerisch gelegene Holzhütten mit guter Ausstattung und Kochmöglichkeit (nicht immer), die allerdings auch ihren Preis haben. Als Standquartiere für Familien, die nicht jeden Tag ihre Koffer neu packen wollen, könnte ich mir Cabañas sehr gut vorstellen.

Wie fast überall hängt der Preis von Angebot und Nachfrage ab. Die touristisch wenig erschlossenen Gebiete sind natürlich günstiger. Teilweise tun sich hier aber enorme Differenzen auf, die im Torres del Paine-Nationalpark ihren Gipfel erreichen. Für eine Nacht im Mehrbettzimmer in den Refugios (ganz zu schweigen von den sündhaft teuren Hosterias) muss man 30.000 Peso berappen. Dies steht meiner Ansicht in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung. Hier werden Kosten umverteilt.


Essen und Trinken Tourismus