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© by Jens Sieckmann

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Landschaft und Natur

Chile ist reich an malerischen Landschaften von Nord bis Süd: Wüste, Vulkane, Geysire, Strände, Flüsse, Seen, Urwälder, Berge, Gletscher. Wir hatten viel von der Schönheit des Landes gehört, wegen der die Mehrheit der Besucher kommt. Besonders gespannt waren wir auf das legendäre Patagonien, dem rauen Ende der Welt, das auch erfahrenen Outdoorern und Bergsteigern trotzt. Das, Araukanien und das Seengebiet im kleinen Süden hatten wir uns für unsere Rundreise ausgesucht.

Chiles Nationalblume

Die Landschaft des Seengebietes wäre wunderschön, wenn es nicht dauernd geregnet hätte. Von zehn Tagen vor Ort war keiner regenfrei und nur an zweien hatte die Sonne zumindest für ein paar Stunden freien Weg zur Erdoberfläche. Während dieser Zeit reichte der Blick viele Kilometer in die Ferne und erfasste grüne Hügel, dunkelblaue Seen und schneegekrönte Berge. Leider enthüllten sich uns niemals die von uns so ersehnten kegelförmigen Vulkane, die das Markenzeichen dieser Gegend waren und auf keiner Postkarte fehlten.

Wasserfälle sind ein Markenzeichen der Seenregion

Wer die Seenregion nur von der der Panamericana, der Ruta 5, aus sieht, wird sehr enttäuscht sein. Die Perlen finden sich auf den Wegen abseits der Hauptstraße Richtung Osten. Dort liegen auch die meisten Nationalparks des Landes, wie z.B. Conguillío, Huerquehue, Villarica, Puyehue oder Vicente Perez Rosales, die den Höhepunkt des landschaftlichen Reizes bilden.

Nördlich des Seendistriktes - in Araukanien - beeindruckte mich besonders das bergige Gebiet östlich von Curacautín und der Nationalpark Conguillío mit seiner - zumindest von Süden (Melipeuco) aus - abenteuerlichen Anfahrt durch schwarze Lavagesteinsfelder und den dunkelgrünen Namensgebern der Region, den Araukarien (Andentannen). Andere Nationalparks boten märchenhafte, völlig sich selbst überlassene Urwälder und natürlich tiefblaue oder smaragdgrüne Seen wie der Lago Todos Los Santos im Nationalpark Vicente Perez Rosales. Als wir um den Lago Llanquihue fuhren, fanden wir dort nicht nur viele deutschstämmige Siedler vor, sondern auch deutsch anmutende Landschaft mit sanft geschwungenen Wiesen und Weiden, auf denen friedlich Kühe grasten.

Fans von Wasserfällen finden in Los Lagos, wie das Seengebiet auf Spanisch bezeichnet wird, ihr Dorado. Nirgendwo habe ich auf so engem Raum so viel stürzendes Wasser erlebt (unser größter Wasserfall war allerdings der aus den Wolken). Mit den Ausmaßen der Niagara-Fälle darf man dabei nicht rechnen, was aber die Attraktivität nicht schmälert. Die vulkanische Aktivität hat dieser Region ihren Stempel aufgedrückt. Eine angenehme Folge davon sind die heißen Quellen, die vielerorts an die Oberfläche stoßen und zu Thermen ausgebaut wurden. Unser Besuch der Termas Geométricas bei Coñaripe zählte zu den Höhepunkten der gesamten Reise und wird immer eine außergewöhnliche Erinnerung bleiben.

Torres del Paine

Ganz anders - wie erwartet - stellte sich uns Patagonien vor. Die Region zwischen Punta Arenas und Puerto Natales, der Torres del Paine-Nationalpark und der argentinische Park Los Glaciares waren einzigartige Darbietungen (meist) wilder und ungestümer Natur. Torres del Paine, von vielen als der schönste Nationalparks Chiles bezeichnet, bot uns den Einstieg in den rauen Landstrich. Die unglaubliche Vielfalt der Landschaftsformen von vegetationsarmer Steppe über türkise Seen und grünen Bergen zur "Granitwüste" bei den Torres (turmartige Berge) und dem Gletscher Grey ließ sich am besten zu Fuß erkunden. Einfach fantastisch! Ein weiterer Höhepunkt war das Verlassen des Parks mit dem Boot bzw. Schiff durch menschenleere Fjorde, fast ins Wasser reichenden Gletschern und mit totem Holz "verzierte" Weiden als bliesen täglich Orkane über sie hinweg.

Unser Abstecher nach Argentinien war durch die lange Busfahrt zwar anstrengend, aber auch sehr lohnenswert. Der Nationalpark Los Glaciares und sein spektakulärster Repräsentant, der weltbekannte Perito Moreno-Gletscher, sind einzigartig. Die 60 Meter hohe Gletscherwand wirkte deshalb so beeindruckend, weil man ihr so nahe kam. Die blendend weiße Oberfläche verlief in den Eisspalten zu einem magisch leuchtenden Blau. Hier konzentrierten sich die Besucherströme. Camcorder filmten, Kameras knipsten. Die Ruhe war dahin, der Zauber verwirkt, aber es blieb ein traumhaftes Naturschauspiel.

Punta Arenas wird nicht von Chilenen regiert, sondern von Pinguinen. Sie beherrschten die Souvenirläden und die kleinen Reiseveranstalter. Wir besuchten die Kolonie Seno Otway nördlich der Stadt. Wer einen halben Tag Zeit und etwas für die Tiere übrig hat, sollte diese Tour oder die Schifffahrt zur Magdalena-Insel unternehmen. Man kam den Tieren bis auf ein paar Meter nahe. Sie liefen auf der Wiese, am Strand, tauchten ins Wasser oder begleiteten ihre Jungen zum Gehege. Spaßig anzuschauen, war es für mich aber nicht viel mehr als ein schöner Zoobesuch.


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