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© by Jens Sieckmann |
Einleitung
Dem Namen nach ist Chile das "Land, wo die Welt zu Ende ist". Aus der Sprache eines indigenen südamerikanischen Volks stammend, ist die Etymologie zwar nicht vollständig geklärt, aber doch so einleuchtend. Das Kap Horn als gefürchtete Schiffspassage in menschenfeindlicher Umgebung markiert das spitze Ende des Kontinents. Zur Antarktis ist es dann nicht mehr weit. Im Norden grenzt es an Peru und Bolivien. Chile erstreckt sich über 4.200 Kilometer in Nord-Süd-Richtung, aber nur über durchschnittlich 180 Kilometer von Ost nach West. Damit weist es fast alle Klima- und Vegetationszonen auf. Im so genannten großen Norden ist die Andenkette, die das Land durchzieht, am höchsten. Hier herrscht größtenteils heißes Wüstenklima (Atacama). Im kleinen Norden ist der Großteil der Bevölkerung angesiedelt, unter anderem die Hauptstadt Santiago und einige maritime Küstenorte wie Valparaíso. Der kleine Süden wird von gemäßigtem Klima, Vulkanen und Seen geprägt. Der große Süden, in etwas deckungsgleich mit dem chilenischen Patagonien, ist kühl, windig und menschenleer. Nach dem Kolonialismus der Spanier im 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die auch durch viele Konflikte mit der indianischen Urbevölkerung bestimmt wurde, erlebten die Chilenen den Sozialismus unter Präsident Salvador Allende. Der Putsch durch Unterstützung der USA verhalf dem Militärdiktator Pinochet an die Macht, dessen rigide Herrschaft traurige Berühmtheit erlangte und erst 1989 beendet wurde. Seitdem ist Chile eine politisch stabile Demokratie. Wirtschaftlich ist das längste Land der Welt seit Mitte der 80er Jahre auf Wachstumskurs und derzeit das reichste Südamerikas, auch wenn starke soziale Ungleichgewichte bestehen. Neben der Rohstoffindustrie (hauptsächlich Kupfer) und der Landwirtschaft legt der Dienstleistungssektor inkl. des Tourismus weiter zu. Nach den trockenen Fakten möchte ich im Folgenden vor allem einige persönliche Eindrücke schildern, die mir während unseres dreiwöchigen Urlaubs widerfahren sind. Die Beobachtungen und Bewertungen sind oft rein subjektiv und sollten nicht als allgemeingültige Darstellung des Landes dienen. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, Erwartungen und Vorlieben. Des Weiteren versuche ich einige Hinweise zusammen zu tragen (insbesondere im Abschnitt Tourismus), die dem zukünftig Reisenden helfen könnten.
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