Home | Die Tour | Reisebericht | Erfahrungen | Bilder | Sonstiges | Links

© by Jens Sieckmann

travelty.de

   
Übersicht | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20

19. Tag, 30.11.: Los Glaciares

Strecke:Puerto Natales - El Calafate - Los Glaciares - El Calafate - Puerto Natales (Bus)
Erlebnisse:Perito Moreno-Gletscher
Kosten:ca. 115 Euro (Ausflug, Eintritt, Essen)
Wetter:

Eiszeit

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

Perito Moreno

Der heutige Tag war für einen besonderen Höhepunkt reserviert. Ein Ausflug zum Perito Moreno-Gletscher in den Nationalpark Los Glaciares nach Argentinien. Der Bus holte uns um 7:00 Uhr an unserer Unterkunft ab. Eine endlose Fahrt begann. Zunächst nahmen wir den gleichen Weg wie zum Torres del Paine-Nationalpark, bogen dann aber nach rechts ab, um die Grenze nach Argentinien zu überqueren. Wir fuhren blauem Himmel entgegen, unter dem sich die trockene Steppe ausbreitete. Statt Bäumen und mannshohen Büschen begleitete uns nur noch kärgliche Vegetation.

Nach fünf Stunden erreichten wir El Calafate, die Touristenstadt am Rande des Lago Argentino. In den letzten zehn Jahren war der Ort um das vierfache gewachsen und immer noch eine einzige Baustelle. Das Durchschnittsalter lag bei 25 Jahren. Ein Treffpunkt für Trekker und Bergsteiger.

Bizarre Formen

Die Reiseleiterin stieg zu und begleitete uns auf dem anderthalbstündigen Weg zum Gletscher. Eine kurvige Straße, die gerade frisch asfaltiert wurde, schlängelte sich durch etwas Wald an den Hügeln vorbei. Der südliche Arm des türkisen Sees lag zu unserer Linken. Dann eröffnete sich das Panorama [1], auf das wir den ganzen Tag gewartet hatten. Der riesige Gletscher überstrahlte alles in gleißendem Weiß [2]. Der Bus brachte uns auf ca. 600 Meter oberhalb des Seenspiegels. Zwei Stunden blieben uns, um auf Holzstegen weiter hinunter nahe der Eiswand zu den verschiedenen "Balkonen" zu spazieren [3].

Die Gletscherzunge [4] war zum Greifen nahe. In den Spalten des 60 Meter hohen Eispanzers leuchtete es blau [5]. In den 80er Jahren erlangte der Perito Moreno-Gletscher, benannt nach dem argentinischen Geografen, Anthropologen und Entdecker, seine einzigartige Berühmtheit. Zu dieser Zeit wurde er auch in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen. Einige Besonderheiten machen dieses Eis zum wohl prominentesten der Welt. Ein Teil des Gletschers berührt die Halbinsel Magallanes. Das Wasser des Sees [6] staut sich auf und entwickelt mit der Zeit schließlich soviel Druck, dass das Eis unter Ohren betäubendem Lärm zusammenbricht. Dieses Spektakel, dass sich alle paar Jahre wiederholt, hat bereits mehreren leichtsinnigen Menschen das Leben gekostet. Das Gletscherwachstum, das kein Beweis gegen die globale Klimaerwärmung ist, wurde in verschiedenen Stadien mit Fotos und Texten dokumentiert.

Da man so dicht an den Gletscher heran konnte, hörte man das Rumoren und Knacken des Eises besonders gut. Immer wieder fielen mehr oder weniger große Stücke krachend in den See. Mit Fotoapparaten und Videokameras bewaffnet warteten die Touristen geduldig auf eben diese Augenblicke. Vom Boot aus wäre dieses Schauspiel sicherlich noch intensiver gewesen. Für uns war es auch so ein unvergessliches Erlebnis, das sich trotz der anstrengenden Anreise und des hohen Preises von fast 60 Euro gelohnt hat.


18. Tag: Ein rauschender Abschied vom Park 20. Tag: Tux' lebhafte Freunde