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© by Jens Sieckmann

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18. Tag, 29.11.: Torres del Paine - Puerto Natales

Strecke:Parkverwaltung - Camping Serrano (Bus), Camping Serrano - Glaciar Serrano - Puerto Natales (Boot, Schiff)
Erlebnisse:Schlauchbootfahrt auf dem Río Serrano, Glaciar Serrano
Kosten:ca. 210 Euro (Fahrt, Souvenirs, Essen, Restaurant)
Wetter:

Ein rauschender Abschied vom Park

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

Der Morgen brach an. Die Sonne schüttete flüssiges Gold über die Berge [1]. Die Cuernos leuchteten sanft [2]. Wir packten alles zusammen und wuschen uns in den Toiletten der Nationalparkverwaltung. Wie angekündigt holte uns ein kleiner Bus ab und brachte uns zur sieben Kilometer entfernten Anlegestelle, wo wir unser Schlauchboot zur Fahrt auf dem Río Serrano vorfinden sollten [3]. Der Fahrer setzte uns ab, einschließlich der fünf Belgierinnen, die den gleichen Trip gebuchten hatten. Eine andere Gruppe betrat nun das vorfahrende Boot und startete zur rasanten Fahrt.

Cuernos

Es begann zu regnen und ein kalter Wind pfiff uns um die Ohren. Wir warteten gemeinsam mit den Belgierinnen und kamen ins Gespräch. Sie waren alle Krankenschwestern oder Mediziner, die für Ärzte ohne Grenzen arbeiteten oder gearbeitet hatten. Wir sprachen über unsere Eindrücke von Chile und anderen südamerikanischen Ländern. Einige von ihnen waren schon in Argentinien, Brasilien und Guatemala gewesen.

Wir warteten weiter. 30 Minuten vergingen, eine Stunde, eineinhalb Stunden. Ich hatte mittlerweile die Schnauze gestrichen voll und wollte den Bus zurück nach Puerto Natales nehmen. Stéphanie, ich und zwei der Belgierinnen fuhren mit dem Bus zurück zur Parkverwaltung und baten dort freundlich um Hilfe. Ein Mitarbeiter versuchte über Funk Kontakt mit dem Tourveranstalter aufzunehmen. Zunächst vergeblich meldete sich dieser nach fünf Minuten aber doch. Der Grund der Verspätung war ein Motorschaden. Das Ersatzboot stünde nun am Steg zu unserer Abholung bereit. Wieder zurück am Fluss packten wir uns in wasserdichte Kleidung und streiften die Schwimmwesten über. Das Gepäck wurde vorne an den Bug gelegt und wir nahmen auf den seitlichen Bänken Platz [4].

Das Schlauchboot rauschte los. Mit 50 Sachen schwebten wir auf dem Río Serrano dahin. Der Pilot vollbrachte einige schnelle Manöver, um den Kiesbetten, schwimmenden Bäumen und Sandbänken des flachen Flusses zu entgehen. Vor einem Wasserfall legten wir an, liefen 500 Meter und stiegen in ein zweites Boot um. Das wilde Panaroma flog an uns vorbei. Schnee bedeckte 2000er ragten über uns auf. An einigen Stellen war das Ufer lotrecht vom Wasser ausgespült worden und das Gras hing wie Stücke von Rollrasen von der Kante herab.

Serrano-Gletscher

Den Nationalpark Torres del Paine hatten wir verlassen nur um einen anderen zu betreten. Den Parque Nacional Bernardo O'Higgins. Das Boot hielt an und wir gingen an Land. Das Programm sah nun einen anderthalbstündigen Spaziergang zum Serrano-Gletscher vor. Wir waren aber wegen der Motorpanne viel zu spät und sollten zudem 3.000 Peso pro Person Eintritt bezahlen. So ersparten wir uns diesen Exkurs und bestiegen gleich das Schiff zurück nach Puerto Natales.

Eine herrliche Fahrt begann. Wir schipperten entlang der steilen Hänge des Fjordes. Eine Durchsage klärte uns darüber auf, dass wir nun am Serrano-Gletscher [5] vorbei kämen und ein Pisco Sur, ein patagonischer Schnaps, mit dessen Eis serviert würde. Da sagte ich natürlich nicht nein. Den Ausblick auf das Eismassiv [6] genießend, schlürfte ich den Alkohol, der sogleich eine angenehme Wärme in meinem Körper verbreitete.

Ein einstündiger Halt im Nirgendwo [7] ließ uns die Gelegenheit, die wilde Landschaft weiter näher kennen zu lernen [8]. Die weiten Wiesen und die majestätischen Berge erinnerten an die Schweiz, doch die urwüchsigen Bäume [9] mit ihrem Wetter gepeinigten Holz zerstörten diese Vorstellung schnell wieder. Wir legten wieder ab [10] und steuerten durch die immer breiter werdende Meeresstraße [11], bis wir um ca. 18:00 Uhr Puerto Natales erreichten.

Alle gemeinsam besuchten wir nun den Reiseveranstalter Onas, um unseren Unmut über die verspätete Abfahrt etwas Luft zu lassen. Nach kurzer Diskussion erhielten wir schließlich 20 Prozent des Preises zurück. Eine stattliche Summe, mit der wir mehr als nur unser heutiges Abendessen finanzieren konnten.


17. Tag: Die Wetterfee lässt grüßen 19. Tag: Eiszeit