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© by Jens Sieckmann |
15. Tag, 26.11.: Torres del Paine
Farbenpracht im Torres del PaineAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick.
Es hatte in der Nacht tüchtig geregnet, aber als ich das erste Mal am Morgen aus dem Fenster blickte, strahlte die Sonne am Himmel. Beim Frühstück unterhielten wir uns ein wenig mit einer Kölnerin, die wir gestern Abend kennen gelernt hatten. Um 8:45 Uhr waren wir dann endlich wieder in der Natur. Der frische Neuschnee auf den Bergspitzen glänzte in der Morgensonne. Wir wollten das Valle del Frances durchwandern, das angeblich schönste Tal des Parks. Dazu nahmen wir den Weg entlang des Lago Nordenskjöld, der heute noch viel intensiver als gestern türkis schimmerte [1]. Rechts überragte uns der Cuerno Principal [2]. Seine markante Form war sogar von hier aus unmittelbarer Nähe auszumachen. Nach einem Abschnitt mit viel Moos und Gras erklommen wir eine kleine Steigung und waren dann ca. eine Stunde später schon fast am Río del Frances angelangt. Nebel umhüllte die Bergflanken und Schnee lag in unregelmäßiger Höhe auf ihnen. Am Campamento Italiano vorbei hatten wir einen guten Ausblick auf den kleinen und damit relativ wenig beeindruckenden Gletscher [3].
Wir liefen einen dicht bewaldeten Kamm hinauf, der Fluss zu unserer Linken. Einige Male mussten wir relativ tiefen Morast durchqueren, aber insgesamt war der Pfad gut begehbar. Auf einem Hochplateau konnte der Wind ungehindert stürmen [4]. Gut, dass wir unsere Buffs dabei hatten, die wir über Mund und Ohren streiften. Etwas später konnten wir sogar den südlichen Torre sehen [5]. Auch der Blick auf die Cuernos war fast unbeschwert zu genießen. Mit dem grünen Wald, dem braunen Gras zu ihren Füßen und dem blauen Himmel über ihnen füllten sie ein Farbspektrum aus, das hier im Nationalpark seinesgleichen suchte [6]. So waren wir dann auch schon fast am Campamento Britannico angekommen. Das waldige Tal und die dahinter liegende Bergkette mit dem Cerro Cabezza del Indio als höchsten Punkt rückten in greifbare Nähe [7]. Eine längere Rast war nötig, denn der zweistündige Aufstieg war streckenweise steinig uns anstrengend. Mit ein paar Nüssen, Schokokeksen und Multivitaminsaft füllten wir unsere Energiereserven wieder auf. Wir traten den Rückweg durch den urigen Wald [8] an bis zum Glaciar Frances. Gerade als ich meinen Film vollgeknipst hatte, brach unter lautem Krachen eine Lawine vom Hang oberhalb des Gletschers ab. Es klang bedrohlich wie das Donnern eines Gewitters, war aber vollkommen ungefährlich. Am Lago Nordenskjöld frischte der Wind deutlich auf. Weiße Wellenkämme kräuselten sich auf dem Wasser. Nach insgesamt acht Stunden waren wir wieder im Refugio Cuernos angelangt, das uns auch für diese Nacht beherbergte.
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