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© by Jens Sieckmann

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14. Tag, 25.11.: Torres del Paine

Strecke:Refugio Chileno - Refugio Cuernos (zu Fuß)
Erlebnisse:Lago Nordenskjöld
Kosten:ca. 61 Euro (Übernachtung)
Wetter:

Von Hütte zu Hütte

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

Die zweite Etappe des "W" führte uns vom Refugio Chileno zum Refugio Cuernos nach Westen und war laut Plan mit etwa sechs Stunden veranschlagt. Ich hatte gut geschlafen, obwohl ich auf meiner durchgelegenen Matratze immer an den Bettrand rollte. Wir aßen unser selbst gemachtes Frühstück und zogen es somit vor, uns selbst zu verpflegen. Eine Vollpension mit Box Lunch hätte pro Tag mit fast 30 Euro zu Buche geschlagen, das Frühstück alleine acht Euro. So schleppten wir halt über drei Kilogramm Lebensmittel bestehend aus Brot, Wurst, Bananen, Keksen, Nüssen und Tütensuppen für fünf Tage mit uns.

Lago Nordenskjöld

Es war bedeckt und nicht sehr kühl, als wir den schon bekannten Teil des Weges zurück zur Hosteria Las Torres einschlugen. Nach kurzer Zeit knickte ein Pfad nach rechts zu den Cuernos ab. Dieser war nicht auf der Karte verzeichnet, musste aber eine Abkürzung sein. Mit der Tendenz bergab liefen wir am östlichen Fuß des Monte Almirante Nieto vorbei. Wetter gegerbtes Holz lag auf dem Boden und sprenkelte das sonst durch halbkugelförmiges hellgrünes Moosgewächs geprägte Landschaftsbild [1].

Relativ eben schmiegte sich der Weg immer näher an den großen Lago Nordenskjöld. Das gegenüber liegende Steilufer wuchs geisterhaft dunkelgrün und braun aus dem See hervor [2]. Immer wieder begleiteten uns die breiten mannshohen Büsche mit den roten Blüten. Plötzlich kamen wir vom Pfad ab und landeten fast am Ufer des Sees. Es war zunächst nicht ersichtlich gewesen, dass wir falsch gingen, aber jetzt verlief sich der Weg in der grau-braunen Wildnis. Als wir wieder hochstiegen, um den richtigen Pfad zu suchen, begann es zu regnen. Glücklicherweise fanden wir ihn relativ schnell wieder und atmeten erleichtert auf.

Schöne Ausblicke durch die windzerzausten Bäume auf den Lago Nordenskjöld schufen einen magischen Kontrast. Nach insgesamt fünfeinhalb Stunden Fußmarsch mit vielen Pausen erreichten wir schließlich das versteckte Refugio Cuernos. Es war ähnlich aufgebaut und eingerichtet wie das Refugio Chileno. Wir zogen unser Abendessen auf 16 Uhr vor. Es gab leckere, Fleisch gefüllte Ravioli mit Ketchup. Stéphanie pflegte ihre Blasen, während ich mich um meine etwas wund gescheuerte Hüfte kümmerte. Wir hatten zwei Übernachtungen in Cuernos gebucht. Morgen wollten wir einen Tagesausflug ins Valle del Frances machen.


13. Tag: Ein steinerner Traum 15. Tag: Farbenpracht im Torres del Paine