|
||||||||||||||||||||
|
Home |
Die Tour |
Reisebericht |
Erfahrungen |
Bilder |
Sonstiges |
Links
© by Jens Sieckmann |
10. Tag, 21.11.: Frutillar - Puerto Varas
Zurück in die UrzeitAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick. Ich hatte gut geschlafen. All unsere Sachen, die wir am Vortag gewaschen hatten, waren am Ofen schnell getrocknet. Uns wurde ein königliches Frühstück serviert. Brot, Käse, Schinken, Rührei, Erdbeer- und Johannesbeermarmelade, Tee und heiße Schokolade. Dazu gab es einen gigantisch leckeren Nusskuchen. Wir aßen alles ratzeputz leer.
Von Frutillar aus fuhren wir zum wesentlich weniger sehenswerten Ort Llanquihue und von dort nach Puerto Varas [1]. Ein recht nettes kleines Städtchen mit einer hübschen Kirche [2] und einem Casino für die Betuchten. Entlang des Sees durch das verschlafene Ensenada [3] gelangten wir in den Nationalpark Vicente Perez Rosales. Ein großes Schutzgebiet, das sich bis nach Argentinien erstreckt. Wir spazierten von der CONAF-Hütte zum Salto Petrohue [4], eine Ansammlung von kleinen Wasserfällen des Río Petrohue [5]. Das Wasser leuchtete dunkelgrün. Im Hintergrund hätte stolz der Vulkan Osorno thronen müssen, doch uns zeigte sich nur eine dichte graue Wand aus Wolken. Wir begingen die zwei kleinen ausgeschilderten Wanderwege durch immergrünen Regenwald. Ein kleiner Wasserfall ergoss sich in einen flachen Teich. Entlang des Wurzelpfades mit Moos bedeckten Stämmen gluckste ein kleines Bächlein [6]. Eine urzeitliche Stimmung verbreitete sich hier [7]. Es hätte mich nicht gewundert, wenn mir plötzlich ein Dinosaurier über den Weg gelaufen wäre. Ein Lehrpfad mit mehreren Stationen klärte uns über die Geologie der Umgebung und ihre Flora und Fauna auf.
Der Nationalpark gehörte zu den feuchtesten Gebieten Chiles, was wir nun erneut am eigenen Leib zu spüren bekamen. Der Abstecher zu einem der angeblich schönsten Seen Chiles, dem Lago Todos Los Santos, hätten wir uns sparen können. Seine Pracht war hinter grauen Schleiern verborgen. Innerlich hakte ich die erste Woche unseres Urlaubs als Ausrutscher ab und setzte alles auf Patagonien. Der Wetterbericht in einem kleinen Restaurant in Ensenada ließ meine leise Hoffnung schwinden, denn auch dort war Regen vorrausgesagt. In Ensenada nahmen wir die Straße nach Norden und kurz darauf die zum Vulkan Osorno. Einige hundert Höhenmeter ging es hinauf auf einer neuen und gut ausgebauten, aber sehr kurvigen Asfaltstraße zum Fuße des Vulkans. Die Aussicht ins Tal war trotz des üblen Wetters nicht schlecht [8]. Über uns lag nur dichter Nebel, der auch dem schneidenden Wind nicht weichen wollte. Wieder zurück auf der Strecke Richtung Ensenada fanden wir den kleinen Pfad zur Laguna Verde, der in unserem Reiseführer beschrieben stand. Der Weg führte zu einem dunkelgrün schimmernden Teich [9], der von tiefem Wald umschlossen wurde. Ein kleiner Bach verband die Lagune mit dem Lago Llanquihue [10]. Über Lavagestein entlang blühender Pflanzen [11] und hellgrün bemooster Bäumchen liefen wir wieder zurück zum Auto. In Puerto Varas, wo viel gebaut wurde, entdeckte ich ein altes bunt bemaltes Buswrack [12]. Zeitgenössische Kunst oder einfach nur verrottender Schrott? Wohl eher letzteres. Wir kamen in einer privaten Herberge am Seeufer unter, die von einer netten etwa 40-jährigen Chilenin geführt wurde. Von hier hätten wir - rein theoretisch - einen perfekten Blick auf den Vulkan.
|
|||||||||||||||||||