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© by Jens Sieckmann

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8. Tag, 19.11.: Puerto Fuy - Nationalpark Puyehue

Strecke:Puerto Fuy - Choshuenco - Panguipulli - Lanco - Osorno - Entre Lagos - Nationalpark Puyehue (Auto), 328 km
Erlebnisse:Naturreservat Huilo Huilo, Lago Panguipulli, Panguipulli
Kosten:ca. 27 Euro (Essen, Maut, Übernachtung)
Wetter:

Wasser, Wald, Vulkane

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

Montaña Mágica

Wieder regnete es die Nacht durch. Erst um 2:00 Uhr schlief ich in unserer grünen Stoffbehausung ein. Am Morgen klarte es auf. Wir erledigten eine Katzenwäsche und Stéphanie trocknete das Zelt, während ich einen kurzen Spaziergang zum See unternahm, wo die Fähre nach Puerto Pirohueico vertäut war [1]. Zwei streunende Hunde verfolgte mich. Der kleine - gerade mal halb so groß wie der zweite - versuchte dauernd, den anderen zu besteigen.

Wir wollten heute endlich Vulkane sehen. Wir vermuteten den Beginn des Wanderweges an der Administration des Naturreservats Huilo Huilo. Auf dem Weg dorthin hielten wir am kuriosen Hotel Montaña Mágica [2], einem urigen Steinkegel, von dessen Gipfel Wasser hinunter floss. Wir kamen mit dem Verwalter Heinz ins Gespräch, der Schweizer war und sowohl deutsch als auch französisch sprach. Er fragte uns nach unserer Herkunft. Als wir ihm erzählten, dass wir aus Bergisch Gladbach kämen, begann er von einem Freund zu erzählen, der ein Spezialist in Sachen Indianerfragen in Südamerika, insbesondere Feuerland, war. Der absolute Knaller war, dass dieser aus Odenthal, unserer Nachbarstadt, stammte und wie Stéphanie bei Bayer arbeitete. Heinz bat uns, ihm eine CD-ROM mit Fotos mitzubringen, was wir natürlich nicht abschlugen. Auch uns drückte er eine Silberscheibe in die Hand.

Etwas Kitsch in rot und weiß

Die Wanderung unternahmen wir dann doch nicht. Es war nirgends zu erkennen, wo dieser begann. Die Infrastruktur hier im Naturreservat [3, 4] war noch nicht so gut entwickelt, mit einer Ausnahme: der Weg zu den beiden schönen Wasserfällen Salto Huilo Huilo [5] und Salto del Puma. Hier trafen wir zwei Amerikaner, die seit zwei Monaten in Südamerika unterwegs waren und ein ausgefallenes Hobby hatten: Extrem-Kayaking. Er sprach davon, dass "es etwas zu gefährlich" wäre, diesen Wasserfall herunter zu fahren. Meiner Meinung nach war es der sichere Tod.

Die Sonne schien nun tatsächlich einmal für längere Zeit. In Neltume lösten sich die Wolken auf und ließen den Blick auf die Berge zu [6]. Voller Freude genossen wir diesen Augenblick ausführlich. Die Panoramastrecke entlang des Lago Panguipulli war holprig, aber absolut sehenswert. Gigantische Aussichten auf den See und das dahinter liegende Schnee bedeckte Gebirgsmassiv waren uns sicher [7]. In Panguipulli genehmigten wir uns ein leckeres Eis und betrachteten die bunte und etwas eigenwillige Holzkirche [8], das Wahrzeichen der Stadt.

Wir hatten nun die Wahl zwischen dem maritimen Valdivia und der Weiterfahrt Richtung Süden. Wir entschieden uns für letzteres und steuerten den fast 300 Kilometer entfernten Nationalpark Puyehue an. Dieser war touristisch hervorragend ausgestattet und dementsprechend teuer. Noble Cabañas, ein großes Informationszentrum und ein luxuriöser Campingplatz mit warmen Duschen gehörten dazu. Der Verwalter des Zeltplatzes brachte uns sogar etwas Reisig für unsere Feuerstelle.


7. Tag: Luxusthermen in wilder Natur 9. Tag: Ein Stück Deutschland am Ende der Welt