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© by Jens Sieckmann

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5. Tag, 16.11.: Temuco - Nationalpark Conguillío

Strecke:Temuco - Lautaro - Curacautín - Malalcahuello - Icalma - Melipeuco - Conguillío (Auto), 260 km
Erlebnisse:Salto de la Princesa, Lagune de Galletué, Nationalpark Conguillío
Kosten:ca. 49 Euro (Essen, Unterkunft, Eintritt, Benzin)
Wetter:

Im Land der Araukarien und Vulkane

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

In der Nacht hatte es geregnet. Ich hörte es an den LKW, die durch große Pfützen fuhren. Nach einem kontinentalen Frühstück im großen Saal fuhren wir wieder auf die Ruta 5 weiter nach Norden, um in Lautaro Richtung Osten nach Curacautín abzubiegen. Die Landschaft bestand noch immer zu großen Teilen aus Weide und Gras.

In Curacautín tankten wir und besuchten die Touristeninformation. Wir nahmen etwas Material über die Gegend und eine farbenfrohe und bilderreiche Broschüre über die araukanischen Nationalparks mit. Die Berge ringsum rückten näher zur Straße und fielen einige Male steil ab.

Salto de la Princesa

Wir stoppten am Eingang des Lemunantu-Ferienparks, in dem sich auch der Salto del Indio befand. Nach 10 Minuten Fußweg entlang der hübschen Cabañas gelangten wir an den Wasserfall, der in einer großen wasserreichen Kaskade ca. 15 Meter in die Tiefe donnerte [1]. Er ergoss sich in den Río Cautin, der hier flott seines Weges floss. Ein zweiter Weg führte zum oberen Ende des Wasserfalls, von dem man ins tief eingeschnittene Tal schauen konnte. Eine zweite Kaskade schloss sich nur ein paar Kilometer weiter an. Der Salto de la Princesa [2] war direkt von der Straße über eine kleine Schotterpiste erreichbar. Auch er war schön anzusehen, sogar noch etwas höher, aber schlanker und weniger stark.

Wir passierten die heiligen Felsen der Mapuche, Piedra Santa und Piedra Cortada. Links eröffnete sich ein erster Blick auf die verschneiten Berge. Landschaftlich wurde es immer attraktiver und auch die Sonne schaute ein paar mal zwischen den Wolken hervor. Wir nahmen die Abzweigung nach rechts, um den Tunel las Raices zu durchfahren, einen ehemaligen Eisenbahntunnel, der nun (unbeleuchtet) Autofahrern zur Verfügung steht. Leute mit Platzangst oder Furcht vor Dunkelheit sollten stattdessen lieber die Route über Lonquimay nehmen.

Laguna de Icalma

Schon wenig später erreichten wir den Abzweig Richtung Laguna de Galletué. Hier begann die Schotterstraße, auf der man ca. 30-40 km/h fahren konnte. Einige Abschnitte - besonders bergauf - waren relativ waghalsig. Hier begann das echte Araukanien. Die Araukarie [3], der markante Baum und Namensursprung der Region, beherrschte die Vegetation. Die Laguna de Galletué, ein großer See, wurde von Bergen umschlossen und erinnerte mich ein wenig an Skandinavien. Die sich anschließende Laguna Icalma war von umwerfender Schönheit: grüne Araukarien, dunkelblaues Wasser, grauer Fels mit weißem Haupt [4]. Ein Gaucho ritt vorbei. Er trug einen hellbraunen Poncho und verschmolz förmlich mit seinem Pferd. Er grüßte mich mit einem Kopfnicken.

Zwei Autos versperrten uns den Weg. Eines war nicht mehr fahrtüchtig, soweit ich das beobachten konnte. Der Fahrer bat uns, einen Freund in die nächste Stadt mitzunehmen. Er hatte einen Unfall und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wir ließen ihn einsteigen (er sah eigentlich ganz gesund aus) und fuhren gut eine Stunde bis nach Melipeuco. Das Tal verengte sich zu einem Canyon. Ein grüner Teppich legte sich geschmeidig an die Flanken der Berge [5]. Wunderschön.

Wir setzten den Verletzten ab und fuhren ein kleines Stück zurück, um in den Nationalpark Conguillío [6] zu gelangen. Noch war die Straße gut ausgebaut, aber dann verwandelte sie sich in eine Piste aus Staub. Weit und breit war nur dunkles Lavagestein zu sehen. Der beginnende Regen tauchte die Umgebung in ein trostloses dunkelgraues Kleid. Die Laguna Verde stach als Farbtupfer daraus hervor [7]. Es wurde wieder grüner, als wir den Urwald der Schutzzone durchfuhren.

Wir erreichten das Nationalparkzentrum und kamen uns etwas verloren vor. Kein Mensch war zu sehen, außer einer einsamen Radfahrerin, die trotz des anhaltenden Regens ihre Fröhlichkeit nicht verloren hatte. Schließlich tauchte das Haus eines Rangers auf. Freundlich führte er uns zum Campingplatz und wies uns in einige Dinge ein. Ohne uns sprechen zu hören, sagte er uns auf den Kopf zu, dass meine Frau Französin und ich Deutscher war.


4. Tag: Auf der Panamericana 6. Tag: Von Nationalpark zu Nationalpark