|
||||||||||||||||||||
|
Home |
Die Tour |
Reisebericht |
Erfahrungen |
Bilder |
Sonstiges |
Links
© by Jens Sieckmann |
3. Tag, 14.11.: Madrid - Puerto Montt
Der beste Lachs SüdamerikasAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick. Nach 14-stündigem Flug landeten wir in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Wir besorgten uns Geld, verschoben im Hertz-Büro unseren Mietwagen um einen Tag und checkten dann zum Anschlussflug nach Puerto Montt ein. Ich rief bei unserem Reiseveranstalter Tourismus Schiegg an, in der Hoffnung, ich könnte ein Dauerfeuer an Beschwerden loslassen. Dort beteuerte man allerdings absolute Unschuld und wähnte den Täter irgendwo beim Flugzwischenhändler. Wir sollten erst mal unseren Urlaub genießen und nach der Rückkehr die Vorfälle genau schildern, waren die letzten Worte. Nach der Reise reklamierten wir natürlich unseren verlorenen Reisetag. Um den Exkurs zu beenden: Auch nach über dreimonatigem Hin und Her zwischen dem Reiseveranstalter und LAN Chile konnte der Schuldige nicht ermittelt werden, doch Schiegg zeigte Flagge und erstattete uns einen Teil der entstandenen Kosten mit einem in diesem Rahmen üblichen Betrag.
Wir schauten uns noch ein wenig im Flughafen um. Stéphanie interessierte sich besonders für die Souvenirs und das riesige amerikanische Büffet mit Nudeln, Fleisch, Salat, Gemüse, Kuchen u.v.m. Die Sonne schien, doch die Dunstglocke über der ganzen Stadt verhinderte einen klaren Blick auf die Anden. In Puerto Montt war das Wetter viel wechselhafter. Nach einem zehnminütigen Schauer lugte wieder für einen Moment die Sonne hervor. Der Shuttle-Bus brachte uns ins Richtung Zentrum. Der erste Eindruck von Chile war wenig spektakulär. Weideland, ein paar niedrige Bäume, Holzhäuser mit Wellblechdächern am Wegesrand und milchig schimmernde Berge am grauen Horizont. Am Busbahnhof stiegen wir aus und machten uns sofort auf den Weg zur Privatpension, die wir (eigentlich für die letzte Nacht) vorgebucht hatten. Die nette Gastgeberin im heimeligen und etwas schiefen Holzhaus berechnete uns aber nur die heutige Übernachtung. Das Casa Perla war durchaus nach meinem Geschmack: knarrende Holzdielen, Landkarten an den Wänden, einen kleinen Aufenthaltsraum mit vielen Infobroschüren zu Hotels, Restaurants und touristischen Zielen der näheren und weiteren Umgebung, einen PC mit Internetanschluss und freie Küchenbenutzung von 15:00 bis 20:00 Uhr.
Auf dem Weg hierher hatten wir einige Beispiele der Armut dieser Stadt gesehen. Betrunkene lagen auf schmalen Grasstreifen neben dem Bürgersteig, behinderte Bettler saßen an den Eingängen der Supermärkte. Wir sahen aber auch fröhlich tanzende Kinder in Plüschpantoffeln und knutschenden Teenager in Schuluniform. Puerto Montts Lage am Meer [1] ist schön, aber die Stadt wird in keinem Reiseführer zum Highlight einer Südamerikareise auserkoren. Doch einige Sehenswürdigkeiten, die sich erst auf den zweiten Blick als solche zu erkennen gaben, hatte die Stadt dennoch zu bieten. In den Hinterhöfen der Downtown versteckten sich ein Handwerksmarkt und einige schöne Holzhäuser. Eine alte Dampflokomotive [2] auf ein paar Meter Gleisen war ein Stück Freilichtmuseum und Kinderspielplatz zugleich. Weiter im Osten entlang des Ufers lag die Fischermeile mit ihren teilweise seeuntüchtigen Booten [3] und den indianischen Andenkenhändlern [4, 5]. Am Ende von Angelmo [6], so der Name des Hafenviertels, befand sich der Fischmarkt, eine unordentliche Ansammlung teils abbruchreifer Buden. Der Lachs konnte hier gleich fangfrisch verzehrt werden. Ein Platz ohne falschen Charme, aber einer erfrischenden Authentizität [7], die mir sympathisch war. Die schöne Abendstimmung verlieh dem Ort einen Hauch einfacher Romantik. Auf dem Rückweg, vorbei an einer hübsch bemalten Hauswand, aßen wir leckeren Fisch. Der Wirt gab sich redlich Mühe, uns sein Angebot schmackhaft zu machen und wir schlugen mit Lachs und Krabben zu. Hier trafen wir zwei deutsche Frauen, die am Beginn ihrer vierwöchigen Südchile-Reise standen. Sie wollten sich eine Woche lang in der Gegend um Puerto Montt aufhalten und dann mit dem Schiff nach Punta Arenas fahren. Das ist die Überfahrt, die mit den Hurtigruten in Norwegen immer noch um den Titel "schönste Seereise der Welt" kämpft.
|
|||||||||||||||||||