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© by Jens Sieckmann

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2. Tag, 13.11.: Madrid

Strecke:Madrid
Erlebnisse:Palacio Real, Plaza Mayor, Fuente de la Cibeles, Parque del Retiro
Kosten:ca. 20 Euro (U-Bahn, Essen)
Wetter:

Unfreiwillige Stadtbesichtigung auf Stand-By

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

Der nächstmögliche Flug war heute Abend, genau 24 Stunden später. Wir brachten unser Gepäck in Schließfächern unter, die von unfreundlichem Personal überwacht wurde und planten kurz unseren nicht planbaren Tagesablauf.

Nun begann eine Odyssee (durch das tückische Flugreservierungsmetier), wie sie Homer nicht hätte besser schreiben können. Beim Iberia-Schalter, der auch LAN Chile vertrat, konnte man uns trotz guten Willens eines Mitarbeiters (und einer guten halben Stunde) nicht weiter helfen und verwies uns direkt an den Counter von LAN. Den Vorfall erklärend und Kopfschütteln erntend, wurden wir auf die Warteliste des heutigen Fluges gesetzt mit dem Hinweis, uns zusätzlich Stand-By auf den zeitgleich stattfindenden (und vollen) Iberia-Flug eintragen zu lassen.

Palacio Real

Einige Klippen waren umschifft, doch schon tauchte die Hydra auf. Was machen wir mit dem Gepäck, wenn erst in letzter Minute klar ist, welchen Flug (wenn überhaupt) wir nehmen können? Die scheinbare Rettung tauchte in Form einer Mitreisenden auf, die schon zwei Nächte unfreiwillig in Madrid verbracht hatte. Sie erzählte uns, dass Iberia die Passagierliste neu erstellte. Sofort zum Schalter geflitzt, erhielten wir die Auskunft, dass es ein größeres Flugzeug eingesetzt würde und wir nun auf jeden Fall mitfliegen könnten. Sicher war aber nur der Tod. Eine Bestätigung wollte oder konnte man uns nicht aushändigen.

Wir folgten dem Hinweis der LAN Chile-Frau und begaben uns um 16:30 Uhr zu deren Schalter, wo uns der Angestellte auf die Check-In-Liste setzte und uns empfahl, um 23:00 Uhr zur endgültigen Klärung, ob wir mit LAN flögen, wieder her zu kommen. Die Rückkehr nach Ithaka, äh, Weiterflug nach Santiago, schien nahe. Doch halt, zu früh gefreut. Der Herr von LAN hatte unsere Tickets kassiert. Als wir auf Anraten einer anderen Passagierin schon früh - bei Iberia als auch bei LAN - einchecken wollten, war das ohne Tickets nicht möglich. Das finale Hin und Her nahm schließlich am Gate von Iberia ein Ende, als wir dort endlich unsere Sitzplätze zugewiesen bekamen und wir in die Maschine stiegen. Vorher lernten wir noch einen netten Chilenen und gebürtigen Australier kennen, der für eine Fluglinie arbeitete und beim Erzählen unserer Story nur ein "Jeeesus" übrig hatte. Er gab uns ein paar Reisetipps mit auf den Weg. Die Reise, die wir vor lauter Stress schon fast vergessen hatten.

Parque del Retiro

So erzähle ich von unseren Problemen, ohne den eigentlichen Höhepunkt des Tages zu erwähnen: unsere High-Speed-Stadtbesichtigung Madrids. Mit der sauberen und sehr gut beschilderten Metro fuhren wir ins Zentrum zur Plaza de España. Am Cervantes-Denkmal [1] fotografierte ich Stéphanie vor Don Quichote. Die breite Straße führte uns zum Palacio Real, vor dem die Jardines de Sabatini eine dunkelgrüne Abwechslung bot [2]. Dahinter verbarg sich fast ein wenig die Catedral de Nuestra Señora de la Almudena.

Die Metropole wartete mit vielen schönen Straßen [3] und Plätzen auf. Der Plaza de la Vila [4] mit der wehenden Nationalflagge und der berühmte Plaza Mayor [5] und seinem Casa de la Panaderia. Der mächtige Prachtboulevard führte uns weiter zur Puerta del Sol, wo sich der kleine metallene Bär aufrichtete, um zu seiner Mahlzeit zu gelangen. Das wuchtige Gebäude der Banco de España überragte den zierlichen Fuente de la Cibeles.

Einige wunderschöne Hausfassaden [6] begleiteten uns bis zur Puerta de Alcalá. Der kleine Abstecher in den Parque del Retiro [7] brachte etwas Erholung für unsere müden Füße. Das viele Grün uns das ruhige Wasser waren Balsam für unsere angeknacksten Seelen. Hier fand unser Halbtagestrip ein Ende. Madrids Monumente waren sehenswert, doch Charme versprühte sie in meinen Augen weitaus weniger als andere Hauptstädte der Kategorie Prag, Budapest oder Rom.


1. Tag: Das Chaos regiert 3. Tag: Der beste Lachs Südamerikas