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© by Jens Sieckmann

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1. Tag, 12.11.: Frankfurt - Madrid

Strecke:Frankfurt - Madrid (Flug)
Erlebnisse:Buchungsstress bis zum Abwinken
Kosten:ca. 10 Euro (Essen)
Wetter:

Das Chaos regiert

Es rollte ein Tag des Chaos und der Unruhe heran. Eine erste Befürchtung trat schon am letzten Arbeitstag zutage, als der Sohn eines Mitarbeiters an Scharlach erkrankte und seinen Vater ansteckte. Eine weitere Verbreitung innerhalb der Firma lag im Bereich des Möglichen. Ich fasste mir unweigerlich an den Hals, denn ein leichtes Kratzen war zu spüren. Meine Frau Stéphanie hatte mir deswegen schon ein kleines Arzneipaket mit Lutschpastillen und Salbeitee geschnürt. Glücklicherweise stellten sich meine Symptome aber nur als eine harmlose Erkältung heraus.

Wir nahmen den IC von Köln nach Frankfurt entlang des Rheins auf einer der schönsten Bahnstrecken Deutschlands. Weich fiel das Abendlicht in den tiefen Graben des Mittelrheintals und erhellte die herbstlich gefärbten Weinhänge. Die Loreley grüßte uns mit ihrem Schriftzug auf dem senkrecht abfallenden Fels.

Zweieinhalb Stunden vor dem Abflug standen wir am Check-in-Schalter von LAN Chile, als uns die junge Dame die Horrormeldung entgegenbrachte: "Tut mir leid, Sie sind nicht im System. Ihre Reservierung wurde storniert!". Völlig verdutzt und schockiert suchte ich in meinem brummenden Schädel den Schuldigen dieses ungeheuren Vorgangs. Mir kam nur ein Versehen unseres Reiseveranstalters oder eine Überbuchung bei LAN Chile in den Sinn.

Ein netter Herr von LAN klärte uns über das weitere Vorgehen auf. Der erste Flug nach Madrid wäre kein Problem, der Anschlussflug über den großen Teich aber voll. Wir wurden auf die Warteliste gesetzt, bekamen ein Stand-By-Ticket und hofften perfiderweise auf das Unglück anderer Passagiere, ihren Flug nach Madrid zu verpassen oder nur mit großer Verspätung antreten zu können. In Spaniens Hauptstadt angelangt, warteten wir nervös auf die spannende Nachricht, ob wir mitfliegen könnten oder nicht. Die Antwort lautete: nein!

Wut und Ohnmacht überkamen mich. Ich dachte noch lange in der Nacht nach, als wir uns im Flughafengebäude um 0:30 Uhr langsam zur angespannten Nachtruhe betteten. Flughafenangestellte krachten die Kofferwagen zusammen oder verschoben lautstark die Cafeteria-Stühle, um zu putzen. Von Urlaub konnte hier keine Rede sein.


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