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© by Jens Sieckmann

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4. Tag, 09.04.2002: Belle-Île

Alle Bilder dieses Tages auf einen Blick.

Beschreibung: Radetappe auf der Insel Belle Île
Höhepunkte: Belle Île mit irischem Flair
Belle Île

In aller Herrgottsfrühe um 7:00 ging es los, um den landschaftlich wohl beeindruckendsten Teil meiner Bretagne-Reise zu unternehmen: Belle-Île-en-Mer, südlich von Quiberon im Atlantik gelegen. Besonders wegen ihrer Schönheit war sie schon in früher Vergangenheit Objekt der Begierde gewesen. Bretonische Klöster stritten sich um sie, die Engländer besetzten und belagerten sie. Heute ist Belle-Île vor allem eine Urlaubsinsel, auf der auch Ex-Präsident Mitterand häufig seine freien Tage verbrachte.

Pointe de Poulains
 
Pointe du Pouldon

Stéphanies Vater fuhr uns vor seiner Arbeit zum Hafen von Quiberon. Gerade rechtzeitig, um die Sonne [1] hinter den Gebäuden aufgehen zu sehen und die 8-Uhr-Fähre zu erwischen. Nach ca. 45 Minuten legten wir in Le Palais, der größten Siedlung der Insel an.

Von den zwei konkurrierenden Fahrradverleihern entschieden wir uns für den günstigeren, was sich aber glücklicherweise nicht in der Qualität der Räder niederschlug. Stéphanie nahm ein 21-Gang-Trekkingrad und ich ein VTT (Mountain-Bike) mit Fully-typischem Rahmen (natürlich war es kein Fully, aber es hatte eine Federgabel und eine böse Gripshift-Schaltung, die ich überhaupt nicht mag, aber sie erfüllte ihren Zweck).

Von der Hafenstadt Le Palais mit einer kleinen Hafenpromenade und parallel dazu befindlicher Geschäftsstraße, ging es rauf nach Sauzon [2] und danach zum Pointe des Poulains [3, 4], einem schroffen Küstenabschnitt mit einem Leuchtturm. Leuchttürme gibt es viele in der Bretagne. Kein Wunder, denn die Küste [5] ist rauh, die See tückisch und das Wetter wechselhaft.

Wir radelten weiter durch die typisch bretonische Landschaft mit saftig grünen Wiesen, auf denen Schafe, Pferde und Kühe grasten. Die kleinen Häuser mit weißem Anstrich, blauen Fensterläden aus Holz und weißen Gardinen sorgten für farbigen Kontrast [6]. Viele Eigentümer nutzten das gute Wetter zur Gartenarbeit.

Weiter ging es zur Apothicairerie [7], der steilen Küste an der Nordseite von Belle-Île, an derem unteren Ende sich die Grotten befinden und wegen ihrer gefährlichen Lage seit einiger Zeit nicht mehr zugänglich sind.

Weitere Höhepunkte waren der Plage de Donnant, dessen Wasser aufgrund des blauen Himmels und des gelben Sandes grün funkelte, der Pointe du Pouldon [8] mit seinen bizarren Felsformation, die einem heulenden Hund glich, und die kleine Siedlung Locmaria mit ihrer kleinen, orientalisch wirkenden Kirche.

Nach einer durchaus nicht ganz unanstrengenden Fahrt mit etwas Wind und häufigen Aufs und Abs kehrten wir nach schätzungsweise 50 - 55 Kilometern um 18:00 Uhr wieder zur Fähre zurück. Vorher gaben wir noch die Fahrräder beim Verleiher ab. Der Inhaber war schon einmal in Deutschland gewesen und hatte dort schlichtweg den Kulturhöhepunkt miterlebt, den rheinischen Karneval. Er verabschiedete sich von uns mit einem "Tschüss".

Wir waren um 20:00 Uhr wieder zurück in Auray bei den Le Pouls, pünktlich zum leckeren Abendessen.


3. Tag: Auray, Brec'h, Sainte-Anne d'Auray 5. Tag: Île de Berder, Le Bono