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© by Jens Sieckmann |
3. Tag, 08.04.2002: Auray, Brec'h, Sainte-Anne d'AurayAlle Bilder dieses Tages auf einen Blick.
Uah, endlich einmal ausschlafen bis 8:30 Uhr, denn heute wollten wir einen verhältnismäßig ruhigen Tag veranschlagen. Auf dem Programm stand die Erkundung der näheren Umgebung von Auray, wozu der Hafen von Auray, Saint-Goustan, das Dorf Brec'h und die Kirche Sainte-Anne d'Auray zählte.
Zuerst besuchten wir zu Fuß den Wochenmarkt in der Innenstadt. Hier gab es nicht nur Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst und Brot, sondern auch Blumen, Kleidung, Uhren, Batterien, Motorsägen und Rasenmäher! Das Spektrum der angebotener Waren ist breiter als das auf Deutschlands Wochenmärkten. Insbesondere zogen mich Backspezialitäten aus Nordafrika an. Stéphanie zeigte mir den wunderschönen Hafen von Auray [1, 2] mit einem alten, zu einem Souvenirshop umgebauten Schiff. Eine alte Steinbrücke überspannte den Loc'h und führte in die aus zierlichen Wohnhäusern und Gaststätten bestehende Altstadt mit urigen Gassen [3]. Saint-Goustan hatte 1776 ein berühmten Besucher: Benjamin Franklin kam hier an Land, um bei Ludwig XVI militärische Hilfe zu ersuchen, wie die Engländer aus Amerika zu vertreiben seien. Wir wanderten auf der Stadtmauer hoch zu einem Aussichtsturm, von dem wir Auray und die Umgebung überblicken konnten. Am Nachmittag schwangen wir uns auf die Räder und erreichten nach einigen Kilometern Brec'h [4]. Hier auf dem Land, abseits stark befahrener Straßen, genossen wir das gute Wetter und die Natur. Ein kleines historisches Museum stellte hauptsächlich alte Gerätschaften des Handwerks und der Landwirtschaft aus. Nicht weit von Brec'h erhob sich Sainte-Anne d'Auray [5] vor uns, die Kathedrale aus der Neurenaissance, die zu Ehren der heiligen Anne, der Großmutter Jesu, erbaut wurde. 1996 stattete der Papst Sainte-Anne einen Besuch ab. Für die Bretonen ist die Basilika mit dem großen freien Platz eine wichtige Stätte, zu der am 26. Juli jeden Jahres gepilgert wird. Vor der Kirche stand ein Brunnen mit dem Wasser von Sainte-Anne, an dem wir uns erfrischen konnten. Neben der Kathedrale befand sich ein Denkmal [6], das zu Ehren der im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen bretonischen Soldaten errichtet wurde. Ebenfalls in der Nähe lag das Gymnasium, in dem Stéphanie zur Schule gegangen war. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie erinnerte mich die Schule an das Gymnasium Nonnenwerth bei Bad Honnef am Rhein. Das heutige Abendessen war für mich eine Premiere. Ich konnte es mir schließlich nicht entgehen lassen, die hiesigen kulinarischen Spezialitäten wie Meeresfrüchte zu probieren. Dazu hatten wir morgens auf dem Markt frische Krevetten, Austern und Langustinos gekauft, zu denen Stéphanies Mutter Mayonese und Baguette servierte. Zugegeben, beim Verzehr von Austern wurde mir speiübel, aber die Krevetten und Langustinos waren wirklich herzhaft und lecker, nachdem ich die drei Handgriffe zum Öffnen des Panzers einigermaßen beherrschte.
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