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© by Jens Sieckmann |
Reiseziele und RadwegeDeutschlandDas Schöne am Radurlaub in Deutschland ist, dass man nicht weit fahren muss, um ihn zu erleben. Manchmal ist eine Anreise gar nicht notwendig, dann von Zuhause aus lässt sich oft ein ausgeschilderter Radweg erreichen, von denen es über 50 gibt. Ob eine Tour entlang eines Flusses (u.a. sehr schön: Weser, Donau, Mosel, Main, Lahn), durch den Schwarzwald, im Chiemgau, an der See oder über die Alpen, die meisten Strecken verlaufen abseits des Straßenverkehrs und sind oftmals landschaftlich einmalig gelegen; Routen, die nicht immer die kürzeste Verbindung von Punkt A nach Punkt B beschreiben, mal über Asphalt, Schotter, Wald- oder Sandwege. Die Infrastruktur für Radreisende in Deutschland ist im weltweiten Vergleich erstklassig, sowohl was die Radwege als auch weitere Verkehrsverbindungen (Anreise per Zug), Unterkünfte oder Werkstätten angeht. Zudem haben die Radfahrer in Deutschland eine gute Lobby, deren bekanntester Vertreter wohl der ADFC (www.adfc.de) darstellen dürfte, der natürlich auch den Radtourismus aktiv unterstützt. Reiseveranstalter und Fremdenverkehrsämter erkannten schon vor Jahren den Trend und so kann der Urlauber aus einer Vielzahl von Angeboten wählen. EuropaIm europäischen Ausland sticht besonders die Schweiz als fahrradfreundlich heraus. Exzellente Radwege, gute Beschilderung und problemloser Transport in Bahn und Bus sind Merkmale eines Landes, das sich den Radtourismus auf die Fahnen geschrieben hat. Einzig die hohen Preise stören den vollkommenen Urlaubsgenuss. Aber auch Österreich bietet ein enges Radwegenetz mit einem ebenso großen Angebot der für Radler wichtigen Leistungen, auch wenn das Land - genau wie die Schweiz - bedingt durch die Topografie wenig bergfreie Strecken bietet. Auf der anderen Seite existieren Radwege, die hoch beginnen und auf niedriger Höhe enden, wie beispielsweise der Tauern-Radweg. Gebirge können also durchaus auch ihre positiven Seiten haben. Bekannte österreichische Radfernwege sind der Donau-, Mur-, Enns-, und Inn-Radweg. Auch in Holland und Belgien sind Radfahrer willkommene Gäste. Die Ostsee und die Ebenen des Benelux sind Radreiseziele, die häufig von Familien angesteuert werden, aufgrund der dort gut ausgebauten und anforderungsarmen Strecken. Auf Frankreichs ländlichen Departmentstraßen (meist die dreistelligen) lässt es sich ebenfalls gut radeln. Eigens für Radfahrer geschaffene Wege gibt es allerdings nur wenige (z.B. Loire). In Spanien und Portugal gibt es quasi keine Radwege, doch lässt sich auf den Nebenstraßen dem Autoverkehr aus dem Weg gehen. Ähnliches gilt für Italien und die südosteuropäischen Länder. Neue Trends scheint das östliche Europa zu setzen. Tschechien, Polen und Ungarn sind auf dem aufsteigenden Ast, was (nicht nur) den Radtourismus betrifft. Ebenso wie die baltischen Ländern werden sie vom EU-Beitritt 2004 deutlich profitieren. Skandinavien wird oft als Traumziel für den individuellen naturliebenden Radler genannt: Finnland, die Lofoten, Island. Wegen diverser Gründe (wechselhaftes Wetter, teuer, einsam) eigentlich keine typischen Radreiseländer, strahlt es doch eine enorme Faszination aus. Irland und Schottland hatten schon immer ihre eingefleischten Fans. WeltweitAuch diejenigen, die den europäischen Kontinent verlassen wollen, finden einige Reviere, die sich grundsätzlich zum Radeln eignen. Dies ist natürlich in erster Linie von den eigenen Vorlieben und Vorstellungen eines gelungenen Radurlaubs abhängig. Der Grad der touristischen Erschließung, das Klima, die Topografie und die allgemeine Infrastruktur, aber auch die Kultur, der Menschenschlag und die Sprache sind Faktoren, die in die Auswahl des Ziels mit einfließen sollten. Mittlerweile hat sich die Masse der von Radreiseveranstaltern angebotenen außereuropäischen Zielen derart vergrößert, dass ich hier nur einige aufzählen möchte: Neuseeland, Kanada, USA, Südafrika, Vietnam, China oder der Aufsteiger Kuba. Exotischer wird es in Peru, Bolivien, Chile, Namibia, Madagaskar, Laos, Indonesien oder Kirgistan. Ambitionierte Fernradler, die sich durch nichts abschrecken lassen, berichten aber gerade von solchen Ländern mit großem Enthusiasmus.
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